Bodenzustand

12.02.2018

© Sabine Rübensaat

Den zweiten Teil eines Bodenschutzprogrammes hat Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus in Schwerin vorgestellt. Aus der 346 Seiten starken Veröffentlichung mit dem Titel „Bewertung und Ziele“ geht  hervor, dass der Zustand der Böden im Land nach aktuellem Erkenntnisstand „grundsätzlich in Ordnung“ ist. Als Beleg dafür gelten die gemessenen  Hintergrundwerte, die den Anteil organischer und anorganischer Stoffe im Boden beschreiben.

 

Humusmonitoring kommt


„Die für MV ermittelten Werte liegen landesweit unter den Vorsorgewerten der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Einzelne Überschreitungen wurden nachgewiesen, geben jedoch keinen Anlass für Sofortmaßnahmen“, sagte Backhaus.


Inzwischen bestehe Hoffnung, dass sich der Humusgehalt auf den Ackerflächen stabilisiert habe. „Ziel ist es, die standorttypischen Humusgehalte zu erhalten. Um die Datengrundlage zu verbessern, wird in MV  ein Humusmonitoring etabliert“, kündigte der Minister an.


Weiterer Forschung hinsichtlich ihrer Bodenwirkung bedürfen Rückstände aus Tierarzneien, die durch den Einsatz von Wirtschaftsdüngern auf Feldern in den Boden gelangen. Zwar unterschreiten alle gemessenen Werte den Richtwert der Europäischen Agentur für Arzneimittelzulassung. Dennoch müsse das Monitoring hierzu erweitert werden, so Backhaus. Ebenso sollen die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf den Boden weiter untersucht werden. „Die Datengrundlagen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssen weiter verbessert werden.“


Grundsätzlich gehe es darum, den guten Bodenzustand zu erhalten, ihn nicht durch Nutzung zu verschlechtern und bei einem schlechten Zustand gegenzusteuern. Das Bodenschutzprogramm als wissensbasiertes Kompen­dium sei die Arbeitsgrundlage, um bei der Nutzung des Bodens durch Bau, Verkehr oder Landwirtschaft alle Belange des Bodenschutzes zu berücksichtigen, so Backhaus.


Nach seinen Angaben gehört Mecklenburg-Vorpommern bundesweit zu den Vorreitern bei  der Vorsorge vor Bodenerosion. Das Erosionsereigniskataster und die standortangepasste Einzelberatung von Landwirten zeigten Ergebnisse, zum Beispiel durch wesentlich mehr Winterbegrünung auf den Feldern.

 

Nachhaltig bewirtschaftet


Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Landwirte in MV ihre Böden nachhaltig pflegten und bewirtschafteten. Dies zeige nicht nur der aktuelle Bodenzustandsbericht. Auch die Produktivität eines Bodens sei ein guter Indikator für dessen Gesundheit, betonte Präsident Detlef Kurreck.  Allein zwischen 1990 und 2014 ist es Landwirten bundesweit durch verbesserte Pflanzenzüchtung, neuere Technik und exakte Düngung gelungen, die Ertragsleistung  von Getreide um 37 %, von Kartoffeln um 73, von Ölfrüchten um 50 und von Zuckerrüben um 48 % zu steigern. So leben mehr Menschen von einem Hektar Nutzfläche und am Rand können Blühstreifen für Insekten und Vögel entstehen. „Nur optimal bewirtschafteter Boden erbringt diese Leistung. Er darf nicht zu locker, nicht zu dicht, nicht zu karg und nicht überdüngt sein“, so Kurreck.


Dennoch versuche der BUND Mecklenburg-Vorpommern auf dem Rücken der Landwirtschaft eine Kampagne loszutreten, mit dem Vorwurf, das Wasserproblem auf den Feldern sei durch schwere Landmaschinen verursacht. „Grüne Ideologie setzt Physik nicht außer Kraft. Auch wenn die Maschinen größer sind als früher, sinkt der Druck auf den Boden, weil durch größere Reifen oder sogar Ketten die Auflagefläche auf den Boden viel größer geworden ist. Außerdem sorgen breitere Maschinen dafür, dass weniger oft über einen Acker gefahren werden muss“, erläuterte Kurreck.


Auch geologische Gründe sorgten dafür, dass Böden ein Verdichtungsrisiko aufwiesen. So neigten z. B. sogenannte schluffige Sande generell mehr dazu, sich zu verdichten. „An Sandböden ist aber nicht der Landwirt schuld, sondern die letzte Eiszeit“, sagte Kurreck. Es sei zynisch, auf einem Wetterextrem eine Kampagne aufbauen zu wollen. „Zumal alle Betriebe im Land, ob ökologisch  oder konventionell, unter den hohen Niederschlagsmengen leiden.“

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