Blick über den Tellerrand

05.05.2017

© Gerd Rinas

Wollten sich die Veranstaltung nicht entgehen lassen: Die Landwirte Frank Wegner, Hans-Dieter Gabel (v. l.) und Hans-Jürgen Mausolf (r.) sowie Brauer Wolfgang Voß.

Der Verein Agrarmarketing MV ist auf dem besten Wege, einen neuen länder­übergreifenden Treff der Ernährungswirtschaft zu etablieren. Zur Premiere des „Norddeutschen Ernährungsgipfels“ reisten kürzlich etwa 170 Vertreter der Branche aus fünf Bundesländern an. „Das Ernährungsgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern hat seit vielen Jahren mit mindestens einem Drittel den weitaus größten Umsatzanteil am verarbeitenden Gewerbe im Land. Damit nimmt es in Norddeutschland eine herausragende Stellung ein“, sagte Jarste Weuffen, Geschäftsführerin von Agrarmarketing MV. Nach 16 Branchentagen, die vor allem die Kommunikation der Unternehmen im Lande beförderten, geht der AMV nun einen weiteren Schritt.

 

Gleiche Herausforderungen


Mit der jährlich stattfindenden Veranstaltung sollen neue Kontakte und Netzwerke befördert und für die hiesigen Unternehmen zugleich der Blick über den Tellerrand erleichtert werden. „Wir haben im Land alle Voraussetzungen, Lebensmittel in höchster Qualität herzustellen. Der Austausch mit anderen kann unsere Branche weiter voranbringen. Digitalisierung, regionale Produkte, Vermarktung, die Gewinnung von Berufsnachwuchs, Personalschulung, die Notwendigkeit, sich rasch auf branchenübergreifende neue Trends einzustellen – wir stehen alle vor den gleichen Herausforderungen. Sich auszutauschen kann sehr hilfreich sein“, argumentierte Tobias Blömer, Chef der Rostocker Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH, der anstelle des erkrankten langjährigen AMV-Vorsitzenden Günther Neumann das Treffen eröffnet hatte.

 

Erste Anträge liegen vor


Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider dankte dem AMV für 16 gehaltvolle Branchentage mit zahlreichen Informationen aus erster Hand von sorgfältig ausgewählten Referenten und viele Gespräche am Rande, die die Branche im Land zusammengeführt hat.


Agrarminister Till Backhaus ermunterte die Branchenvertreter, bei neuen Produktideen und -inhalten nicht nachzulassen. Um auch Klein- und Kleinstunternehmen  die Markteinführung innovativer Produkte zu erleichtern, hat das Land einen Darlehensfonds eingerichtet. Damit können Kredite von bis zu einer Mio. Euro vom Land unterstützt werden (BauernZeitung 17/2017, S. 11). Nach Backhaus’ Angaben liegen bereits erste Darlehensanträge vor. Er regte an, bei neuen Produkten noch stärker die unberührte Natur des Landes als Marketinginstrument für gesunde Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern zu nutzen. Auch umgekehrt verspreche die Botschaft Erfolg.
Entsprechend dem Credo des Gipfeltreffens lenkten die nachfolgenden Referenten die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Trends, die keineswegs nur in der Ernährungsbranche greifen, die andererseits um diesen Wirtschaftszweig aber keinen Bogen machen. Joachim Zerbes von der envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz, informierte über die fortschreitende Digitalisierung der Energieversorgung, die sich auch auf die Ernährungsbranche auswirken und sie verändern wird. Oliver Autumn, Geschäftsführer des VR Business Club, Berlin, stellte dar, wie bereits heute Unternehmen von Virtual-Reality-Technologien profitieren.


Dr. David Strack, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Nord mbH, gewährte einen interessanten Einblick in die Struktur des Unternehmens und die Beziehungen der Edeka-Kaufleute zu Landwirten in der Region. Lars Gräning, Gastronomiever­antwortlicher der Störtebeker Braumanufaktur GmbH, Stralsund, zeichnete den Weg zu erfolgreichen regionalen Biermarken und nationalen Spezialitäten nach. Viel Beifall erntete Fritjof Hahn, Geschäftsführer der Ablig Feinfrost GmbH im thüringischen Heichelheim. Er stellte die Erfolgsgeschichte und das ausgefeilte Marketing seines Unternehmens vor, das sich als Qualitätsbetrieb in der DDR mit originellen und immer neuen Produkten auch in der Marktwirtschaft etabliert hat.

 

Partnerschaft besiegelt


Auf dem Treffen in Ahrenshoop besiegelten zudem Agrarmarketing MV und das Thüringer Ernährungsnetzwerk e. V. ihre Partnerschaft. Der Norddeutsche Ernährungsgipfel versteht sich als Pendant des Mitteldeutschen Ernährungsgipfels, den Unternehmen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen vor drei Jahren aus der Taufe gehoben haben. Die Partner aus Mitteldeutschland waren mit 13 Ausstellern auf der Fachausstellung am Rande des Treffens in Ahrenshoop vertreten. Zum Mitteldeutschen Gipfeltreffen im Oktober werden Branchenvertreter aus MV erwartet. Das neue Netzwerk soll enger geknüpft werden.

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