BioFach: „Starker Auftritt“

20.02.2014

© AMV

Repräsentativ: Der Gemeinschaftsstand des Landes mit elf Unternehmen war ein Blickfang auf der BioFach.

Die Biopark Markt GmbH ist seit vielen Jahren Stammgast auf der Messe BioFach in Nürnberg. „Deutschland ist der wichtigste Wachstumsmarkt für Biolebensmittel in Europa. Die BioFach hat sich hervorragend entwickelt, sie ist die weltweite Leitmesse für die Biobranche. Für unsere neuen Produkte war die Messe wieder ein wichtiger Testmarkt“, lässt Torsten Hein, Geschäftsführer der Biopark Markt GmbH, Malchin, durchblicken.

Biopark-Steaks stark nachgefragt

Sehr gut kamen die neuen Roastbeef-, Rib-Eye- und Tomahawksteaks an, die Besucher am Biopark Markt-Stand verkosten konnten. Dabei handelte es sich um Ochsen- und Färsenfleisch, das sechs Wochen an der Luft getrocknet wird, bevor es in den Verkauf geht. „Die Qualität hat überzeugt, wir hatten sehr gute Abverkäufe“, sagt Hein.

Stark nachgefragt war ebenfalls das Kalb- und Lammfleisch des Bio-Vermarkters. „Wir haben eine Reihe neuer Geschäftskontakte geknüpft und Lieferverträge mit dem Biofachhandel, Steakhäusern und Fünf-Sterne-Restaurants in Thüringen und Niedersachsen abgeschlossen“, zeigte sich Hein nach Abschluss der Messe zufrieden. Die gute Stimmung bei den Fleischvermarktern wurde allerdings von dem starken Preisverfall bei Bioschweinefleisch getrübt, der nach Heins Angaben maßgeblich von Lieferungen aus Dänemark und den Niederlanden auf den deutschen Markt hervorgerufen wird.

„Die meisten unserer Kunden treffen wir auf der Messe Fruit Logistica“ in Berlin. Aber mit sieben Prozent nimmt das Bio-sortiment bei uns mittlerweile einen durchaus nennenswerten Umfang ein“, sagte Rudolf Behr, Vorstandsvorsitzender der Rudolf Behr AG, nach Messeabschluss gegenüber der BauernZeitung. Neben Eisbergsalat, Miniromana und Fenchel umfasst das Biosortiment des bundesweit bedeutsamen Freilandgemüseerzeugers, der auch in Gresse bei Boizenburg produziert, Brokkoli und Hokkaidokürbisse. „Wir haben in Nürnberg neue Kunden aus Finnland und den Niederlanden kennengelernt. Wir freuen uns über gute Geschäftsabschlüsse“, so der Unternehmenschef. Behr kündigte noch für dieses Jahr neue Produkte in Bioqualität an.

Gemeinsam mit Esten, Letten und Litauern

„Ich habe von unseren Ausstellern durchweg ein positives Echo auf den Messeverlauf erhalten. Sie hatten einen starken Auftritt, das Publikumsinteresse war vom ersten Tag an groß“, sagte Jarste Weuffen, Geschäftsführerin des Agrarmarketingvereins Mecklenburg-Vorpommern (AMV MV), nach Messeende. Der AMV hatte im Auftrag des Schweriner Agrarministeriums einen Gemeinschaftsstand für elf Firmen aus dem Nordosten organisiert.

Agrarminister Dr. Till Backhaus hat in Nürnberg darauf hingewiesen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern nach der Wende kein anderer Wirtschaftszweig so erfolgreich entwickelt hat wie die Landwirtschaft und speziell der Ökolandbau. „1993 haben 380 Unternehmen ökologisch gewirtschaftet. Derzeit sind es knapp 1 100. Das ist eine Steigerung von fast 300 Prozent.“ Auch die von Bio-Landwirten genutzte Fläche habe sich auf 126 200 ha, 9,4 % der Landwirtschaftsfläche des Landes, nahezu verdoppelt. Backhaus sprach  auf der BioFach unter anderem mit Vertretern der Regierung Litauens über das EU-Förderprojekt „BalticEco“, in dessen Rahmen Mecklenburg-Vorpommern mit Litauen, Estland und Lettland Erfahrungen bei der Entwicklung der ökologischen Land- und Verarbeitungswirtschaft austauschen wird.

Negative Schlagzeilen vom Fachverein

Wenige Tage vor dem Start der BioFach-Messe hatte der Fachverein Ökokontrolle in Karow für negative Schlagzeilen gesorgt. Mecklenburg-Vorpommerns größte Öko-Kontrollstelle überprüft Biobetriebe in fast allen Bundesländern. Das Landwirtschaftsministerium im Freistaat Sachsen hat dem Fachverein kürzlich die Kontrollerlaubnis entzogen. Einem Bericht der Rostocker „OstseeZeitung“ zufolge wurde dieser Schritt mit „erheblichen Bedenken an einer korrekten Kontrolldurchführung“ begründet.

Zuvor hatte bereits ein Audit des Rostocker Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in der Kontrollstelle Defizite bei Zulassungsprüfungen von Ökoneueinsteigern und in der Dokumentation ergeben. Desungeachtet dürfe der Fachverein in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor Kontrollen durchführen, stellte Agrarminister Backhaus vorige Woche in Schwerin klar. Die Ökokontrollstelle sei über die Schwachstellen informiert worden und habe die Auflage erhalten, sie zu beheben. Eine weitere Tiefenkontrolle in Karow sei für Ende Februar vorgesehen. Im Anschluss daran soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Der Fachverein Ökokontrolle kontrolliert allein in Mecklenburg-Vorpommern 824 Biobetriebe.                    

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