Bauerntag Uecker-Randow

16.04.2018

© Archiv

Wolfsübergriffe auf Nutzvieh wie hier auf ein Kalb bei Ramin verunsichern nach wie vor die Tierhalter, hieß es in Pasewalk.

Themen der Mitgliederversamm­lung des Bauernverbandes Uecker-Randow, die kürzlich in Pasewalk stattfand, waren unter anderem die Veranstaltungen des Verbandes im Jahr 2017, die regionalen Probleme mit Wolf und Biber sowie der Vorschlag des Landwirtschaftsministers Dr. Till Backhaus für die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2020.

 

Unbürokratische Lösungen gefordert


So ging der stellvertretende Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Jörg Hasselmann, in seinem Grußwort auf die zunehmenden Wolfsrisse und die damit verbundenen ernstzunehmenden Sorgen der Weidetierhalter ein. Diesbezüg­lich versprach er Druck auf die Landesregierung auszuüben, um schnelle und unbürokratische Lösungen in Form von Verord­nungen zum Umgang mit Biber und Wolf einzufordern.


Ebenso richtete der parlamen­tarische Staatssekretär für Vor­pommern, Patrick Dahlemann, einige Worte an die Landwirte. Dahlemann lobte die Arbeit des Verbandes und versicherte, sich verstärkt für einen schnelleren Internet-Breitbandausbau einzu­setzen. Außerdem sagte er Unter­stützung für den Tag des offenen Hofes 2018 zu.


Dieser wird erstmalig mit einer neuen Strategie umgesetzt. Auf dem Gelände der Pommerschen Marktscheune in Pasewalk werden sich verschiedene Betriebe aus der Region gemeinsam präsentieren und die vielseitigen Facetten der regionalen Landwirtschaft vorstellen. Dazu werden nicht nur umfangreiche Informa­tionen vermittelt, sondern auch Landmaschinen, regionale Produkte sowie Nutztiere wie Kälber und Schafe für die Öffentlichkeit zu bestaunen sein.

 

Steigende Übergriffe auf Nutzvieh

 

Im Rechenschaftsbericht der Vorsitzenden Petra Döhler wurde neben den Verbandsprojekten auch die Unzufriedenheit der Landwirte angesprochen. „Der deutsch-polnische Bauerntag 2017 wird für mich persönlich immer den ­Beigeschmack eines Wortbruches haben. Hatte uns doch unser ­Minister Dr. Backhaus verspro­chen, sich für klare Regeln im Wolfs- und Bibermanagement einzusetzen, sodass die Entnah­me von Problemwölfen geregelt wird. Kurze Zeit später war davon nichts mehr wahr.“ Noch immer fehlten praxisnahe Lösungen.

 

Die zunehmenden Übergriffe der Raubtiere auf Nutzvieh im Verbandsgebiet machten diese Lösungen jedoch notwendig. Umso wichtiger sei die Unter­stützung des stellvertre­tenden Landrates Jörg Hasselmann, be­ton­te Petra Döhler.


Das neueste Projekt des Verbandes, der „Außerschulische Lernort Landwirtschaft“, wurde ebenfalls vorgestellt. Vor dem Hintergrund der gebotenen Nachwuchsgewinnung ist es das Ziel, deutsche sowie polnische Kinder und Jugendliche, ergänzend zum Schulunterricht, mit der Land­wirtschaft vertraut zu machen und sie perspektivisch als Auszubil­dende für Betriebe der Region zu gewinnen. Der Lernort wird in Form ­eines Lehrpfades im Außen­bereich der Geschäftsstelle des Bauernverbandes in Pase­walk, in Zusammenarbeit mit Schu­len und den polnischen Part­nern, ent­stehen.


Nicht nur die Nachwuchsgewinnung für die Betriebe, sondern auch für den Verband ist ein wichtiges Ziel. So bat die Vorsitzende die erfahrenen Mitglieder, an die Junglandwirte heranzutreten: „Motivieren Sie ihren Nachwuchs zur aktiven Arbeit im Verband. Die alte Erkenntnis: ,keiner streitet für unsere Belange so gut wie wir selber‘, wird auch in der neuen Generation gelten“.

 

Kurreck: Botschaften vermitteln


Der Präsident des Bauern­verbandes Mecklenburg-Vorpom­mern e. V., Detlef Kurreck, the­mati­sierte u. a. die Zukunftsaussichten der EU-Agrarpolitik. Weiterhin informierte er über aktuelle und künftige Themenschwerpunkte der Verbands- sowie der Öf­fent­lichkeits- und Medienarbeit. „Nut­zen Sie die vielfältigen Möglich­keiten, darunter das neue Info­mobil des Verbandes, um unsere Botschaften zu vermitteln. Nur gemeinsam können wir authen­tisch kommunizieren“, forderte Kurreck die Verbandsmitglieder auf.

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