Bauern in Ostseeregion rücken zusammen

29.10.2015

© Gerd Rinas

Vertreten gemeinsame Interessen: Kammerdirektor Karbowe, Bauernpräsident Tietböhl, Kammerpräsident Sierpinski, Uecker-Randows Bauernverbandsvorsitzende Döhler und Beiratschef Nitschke (v. l.).

Sie sind Nachbarn, besuchen sich schon seit mehr als zehn Jahren und haben sich immer was zu sagen: Der Bauernverband Uecker-Randow, die westpommersche Landwirtschaftskammer und der Bauernverband der südschwedischen Region Skane pflegen regelmäßige Kontakte. Die Partner bringen Landwirte zum Erfahrungsaustausch zusammen, schieben Projekte an, informieren sich über ihre Standpunkte zur EU-Agrarpolitik und stellen dabei immer wieder eines fest: Es gibt gemeinsame Interessen, die es zu bestimmen und zu vertreten lohnt.


So auch in der vorigen Woche beim VII. Deutsch-polnischen Bauerntag in Miedzyzdroje (Misdroy) an der Ostsee. Gastgeber Julian Sierpinski, Präsident der Westpommerschen Landwirtschaftskammer, Szczecin (Stettin), wies auf die Gefahren hin, die für die Landwirte nicht nur in der Ostseeregion, sondern in der gesamten EU von einem schlecht ausgehandelten TTIP-Abkommen ausgehen könnten. Ohne die Beibehaltung der EU-Normen und -Standards im Handel drohten den hiesigen Landwirten gegenüber der US-Landwirtschaft erhebliche Wettbewerbsnachteile. „Unsere Landwirtschaft hat etwas zu verlieren“, warnte Sierpinski. Um so notwendiger sei es, die Interessen der Landwirtschaft in der Ostseeregion dezidiert zu vertreten.


In die gleiche Kerbe hieb Glenn Oredsson, Mitglied im Vorstand des schwedischen Bauernverbandes LRD in der Region Skane. Der Landwirt informierte über die Auswirkungen der jüngsten EU-Agrarreform. Danach zählten intensive Viehhalter, einschließlich Milcherzeuger, sowie die Produzenten von Kartoffeln und Zuckerrüben in Schweden zu den Verlierern, junge Landwirte sowie extenive Fleisch- und Milchproduzenten zu den Gewinnern. Oredsson bekannte sich zu einem effektiven Umweltschutz durch die Landwirtschaft. „Intensive Beratung hat den Landwirten geholfen, die Rentabilität ihrer Betriebe zu erhalten.“ Auch vor diesem Hintergrund würde der Erfahrungsaustausch in der Ostseeregion noch wichtiger.


Im Mittelpunkt des Bauerntages standen die Lage am EU-Fleischmarkt sowie die Auswirkungen der EU-Nitratrichtlinie  und der neuen Düngeverordnung. Kompetente polnische und deutsche Referenten, darunter Matthias Kohlmüller (AMI) und Dr. Ines Bull (LFA), warteten mit aktuellen Informationen und wichtigen Trends auf. Landwirte von deutscher und polnischer Seite gaben Einblick in ihre Produktionsverfahren. So stellte Geschäftsführer Harald Nitschke die Mastrinderproduktion in der Raminer GmbH & Co. KG. vor. Geschäftsführer Marco Gemballa gab Auskunft zum ausgefeilten Einsatz von GPS und Precision Farming in der Agrarservice Nord-Ost GmbH, Zinzow.

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