Azubis im Rampenlicht

17.02.2017

© Heike Mildner

Der Kombinationsschnitt ist eine der praktischen Aufgaben für die Forstwirte.

Zum ersten Mal wird das ­Finale eines Berufswettbewerbes in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Sogar die Winzer haben sich entschieden, ihren Wettbewerb im Weingut auf Schloss Rattey auszutragen, obwohl da mancher Berufskollege im Vorfeld seine Zweifel geäußert hatte, wie von Landjugendseite zu erfahren war. Dass die Zweifel nach mehreren Besuchen ausgeräumt werden konnten, freut besonders Diplom-Oenologe Stefan Schmidt, der das Weingut leitet.


Daran, dass mit der Fachschule für Agrarwirtschaft „Johann Heinrich von Thünen“ im Güstrower Ortsteil Bockhorst ein sehr attraktiver Austragungsort gewählt wurde, zweifelt wohl keiner der zahlreich angereisten Ehrengäste der Eröffnungsveranstaltung. Sie alle – von Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), über Dr. Till Backhaus, LandFrauenpräsidentin Brigitte Scherb u. a. bis zum Chef des Landesbauernverbandes Detlef Kurreck – fanden motivierende Worte für die Auszubildenden, die in den nächsten Wochen und Monaten die Möglichkeit haben, auf Kreis-, Regional- und Landesebene ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vergleichen. Die Besten von ihnen werden in Bockhorst vom 12. bis 16. Juni anstrengende, vor allem aber anregende Tage erleben.


Zur Eröffnungsfeier begrüßte Schulleiterin Dr. Gisela Spangenberg noch vor der versammelten Politik- und Verbandsprominenz zehn angehende Forstwirte und ihre Prüfer. Sie hatten die Arbeit an ihren praktischen Wettbewerbsaufgaben für die Feierstunde unterbrochen und rutschten beim Kulturprogramm des Kinder- und Jugendensembles des Dorfes Mecklenburg ein bisschen nervös auf den Stühlen herum. Zum einen, weil die Zeit knapp bemessen war, zum anderen, weil  sie beim anschließenden Rundgang im Fokus der Ehrengäste und Medien stehen würden. Von den 61 Forstwirten, die in Bockhorst lernen, hätten sie die theoretischen Aufgaben des Berufswettbewerbs in ihrer Sparte am besten gelöst, so Norman Syniawa, Abteilungsleiter Forstwirtschaft.


Die Podiumsdiskussion, die von Kathrin Muus, einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landjugend, souverän geleitet wurde, warf Fragen auf, die mehr als nur kurze und mitunter ausweichende Antworten verdient hätten. So die nach einer besseren Ausbildungsvergütung oder vereinfachten Möglichkeiten, in der Ausbildungszeit das Bundesland zu wechseln. Auf Kurrecks Antwort, Wertschätzung würde nicht allein über Geld gezeigt, ging ein Raunen durch die Reihen der Azubis. 47 % der Ausbildungsplätze im grünen Bereich in Mecklenburg sind nicht besetzt, so Backhaus im anschließenden Pressegespräch. Der Landjugend MV überreichte der Minister die Bewilligung für 45 000 € für die Verbandsarbeit.


Beim Rundgang durchs Gelände, das seit knapp 70 Jahren der landwirtschaftlichen Bildung dient, zeigte sich, wie gut die 25 Mio. €, die in den vergangenen 25 Jahren aus verschiedenen Quellen in die Modernisierung des Landwirtschafts-Campus in Bockhorst flossen, angelegt wurden. Moderne Sanitäreinrichtungen, attraktive Unterrichtsräume, Agrarchemielabor, Agrartechnik-kabinett und nicht zuletzt ein Gelände mit altem Baumbestand und viel Grün ließen schon an diesem klirrekalten Tag Vorfreude auf den
europaweit größten Wettstreit der grünen Branche im Sommer aufkommen.

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