Ausblick 2018

04.01.2018

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Der Jahresverlauf in seiner Summe aus Frühling, Sommer, Herbst und Winter ist für Landwirte mit Sicherheit von größerer Bedeutung als für die meisten anderen Menschen. Nun liegt ein neues Jahr vor uns, in dem es sich ebenfalls immer wieder  um die Frage drehen wird: Wie sieht die Landwirtschaft von morgen aus?


2017 waren besonders die politischen Fragezeichen groß. Die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung stand zur Debatte. Eine kleine Abstimmung, die große Auswirkungen auf die Arbeitsweise Tausender Landwirte hatte. Umweltschutzverbände hatten dafür wirklich alles aufgefahren: Gift in Muttermilch, Bier und Urin, tote Insekten, Vogelsterben, darbende Rinder, kranke Bauern, gefälschte Studien, lügende Bundesämter, ja sogar einen „gekauften“ Landwirtschaftsminister. Wissenschaftsjournalist Ludger Wess taufte die Kampagnen kürzlich auf den Namen „Glyphoshima“. Am Ende hat die Landwirtschaft einen Punktsieg auf politischer Ebene errungen. Fünf Jahre Planungssicherheit. Ist damit alles gut?


Der Bauernverband ist so stark wie seine Mitglieder. Das zeigte sich hier in Mecklenburg-Vorpommern bei den Verhandlungen zur Erdgasleitung Nordstream 2. Die Projektträger waren zunächst wegen der Umwandlung von Ackerland in Umwelt-Ausgleichsflächen auf Rügen auf  jeden Landwirt einzeln zugekommen. Zufall? Kann ein einzelner Landwirt der Milliarden-Unternehmung Nordstream 2 genauso stark entgegentreten, wie ein ganzer Branchenverband? Der Bauernverband konnte dafür sorgen, dass sich alle an einen Tisch setzten. Die Fäden liefen oft genug in Neubrandenburg zusammen.

 

Die Hauptarbeit wurde jedoch vor Ort gemacht: Landwirte bildeten eine regionale Aktionsgruppe. Mit ihr gemeinsam hat der Bauernverband laut getrommelt, die Medien haben das Thema gehört und als relevant erkannt. Auch länderübergreifend konnte gemeinsam viel erreicht werden: Die Bauernverbände von MV, Sachsen und Brandenburg haben für die EUGAL-Schutzstreifen einen gemeinsamen Ausgleichssatz von bis zu 1,90 € für jeden Landwirt herausgehandelt. Auch das ein Erfolg.


Um noch zwei weitere prominente Projekte des Jahres zu nennen: Bei der Geflügelgrippe konnte der Bauernverband dafür sorgen, dass die Eier von Freilandhühnern durch die Aufstallung nicht als Eier aus Bodenhaltung verkauft werden mussten. Das hätte den wirtschaftlichen Schaden, der ohnehin schon entstanden ist, erheblich verstärkt. Und in Sachen Afrikanische Schweinepest konnte sogar verbändeübergreifend mit dem Landesjagdverband erreicht werden, dass die fachlichen Anmerkungen gehört und in einen breiten Maßnahmenkatalog umgesetzt wurden. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man mal über die Landesgrenzen blickt.  


Können wir uns nun über den Ausgang der Glyphosat-Verhandlungen freuen? Wenn Menschen Morddrohungen an einen Landwirtschaftsminister schicken, hat dies offenbar mit existenzieller Angst zu tun. Schon allein aus dieser Perspektive sind die Angst-Kampagnen der Umweltschutzverbände und nicht nur dieser, unverantwortlich. Dem können Landwirte und Bauernverband nur zwei Dinge entgegenstellen: Einerseits sachliche und wissenschaftsbasierte Fakten. Andererseits: Zusammenhalt. Gemeinsam werden wir im Jahr 2018 mehr erreichen!

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