Aus für DMK-Molkerei in Bergen

03.07.2017

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In der Molkerei Bergen verarbeiten 56 Mitarbeiter jährlich 50 000 Tonen Milch zu Butter, Camembert und Molke.

Das Deutsche Milchkontor (DMK) wird spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2019 seine Molkerei in Bergen auf Rügen schließen. Dort wurde bisher der bekannte Camembert „Rügener Badejunge“ hergestellt. Als Grund für die Schließung gab das Milchkontor die Kosten für die Produktion des Weichkäses an. Das jährliche Defizit soll für DMK zuletzt rund zwei Mio. € betragen haben. In der Bergener Traditionsmolkerei verarbeiten 56 Mitarbeiter jährlich 50 000 t Milch zu Butter, Camembert und Molke.

 

Der „Rügener Badejunge“ wurde in Bergen für die Rotkäppchen Peter Jülich GmbH & Co. KG, Dortmund,  produziert. Wie DMK mitteilte, wurde der Vertrag mit dem Dortmunder Camemberthersteller bereits im Dezember 2012 gekündigt. Hintergrund waren laut DMK schon damals die Produktionskosten. Beide Unternehmen hätten das Werk auf Rügen auch mit externen Experten auf die Möglichkeit analysiert, es kostendeckend fortzuführen. Aber selbst hohe Modernisierungsinvestitionen würden nicht zu wettbewerbsfähigen Produktionskosten führen. Eine aktuelle Marktanalyse zeige zudem, dass deutliche Preissteigerungen zur Deckung der Produktionskosten am Markt nicht umsetzbar seien.

 

Beide Unternehmen haben sich darauf verständigt, die Produktion des „Rügener Badejungen“ nach Altenburg in Thüringen zu verlagern. Dort betreibt das Dortmunder Unternehmen eine Molkerei für Weichkäseprodukte. Nach Investitionen in Technik, Gebäude und Personal soll der „Badejunge“ nach Originalrezepturen und in der gewohnten Qualität hergestellt werden. DMK verweist darauf, dass die Herstellung  in Ostdeutschland verbleibe. „Beide Partner sind sich über die Tragweite der Entscheidung bewusst und bedauern diese außerordentlich, sehen allerdings keine wirtschaftlichen Alternativen“, so das DMK. Der Beschluss zur Schließung des Standortes in Bergen und zur Verlagerung der Produktion nach Altenburg bedarf noch der Zustimmung des Aufsichtsrats der DMK GmbH. Die Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter würden gewahrt, hieß es.

 

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus zeigte sich „zutiefst enttäuscht“ von der DMK-Entscheidung. „Der Rügener Badejunge steht als Traditionsprodukt für Mecklenburg-Vorpommern, ist ein Markenbotschafter der Region und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt.“ Die Marke gehe nun für  Mecklenburg-Vorpommern verloren. Backhaus bedauerte zudem, dass wahrscheinlich auch der in Bergen produzierte Bio-Camembert von Rügen verschwinden wird.

 

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