"Auf nach Mühlengeez!"

06.09.2017

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1 021 Aussteller aus 15 Ländern haben zur 27. Auflage der Mecklenburgischen Agrarschau gemeldet. Erstmals dabei sind Unternehmen aus Estland, der Türkei und der Ukraine. Die Tierzüchter bringen  etwa 1 100 Tiere aus 180 Rassen nach Mühlengeez. Die BauernZeitung ist wieder Medienpartner der Agrarmesse.

 

Die Getreidernte in Mecklenburg-Vorpommern fällt in diesem Jahr schlechter aus als erwartet. Nach ersten Hochrechnungen ist ein Durchschnittsertrag von 72,3 dt/ha wahrscheinlich. Das sind zwar nur 0,6 % weniger als im langjährigen Mittel. Allerdings lassen auch die Qualitäten bei allen Getreidearten zu wünschen übrig. Hinzu kommen höhere Maschinen- und Trocknungskosten. „Die Hoffnungen der Landwirte, die schlechte Ernte 2016 und die Verluste aus der Milchkrise mit einer guten Ernte 2017 auszugleichen, erfüllen sich nicht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus auf der MeLa-Pressekonferenz vorige Woche in Bantin, Westmecklenburg.


Backhaus sagte zu, dass die 42 Mio. € verspätete Zahlungen für Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen 2016 bis zur MeLa am 14. September „zu 99,9 %“ auf den Konten der Landwirte sind. Bisher wurden neun von zehn der fehlerhaft gestellten Anträge abgearbeitet. Die Direktzahlungen sollen zwischen Weihnachten und Neujahr überwiesen werden. Damit hätten die Landwirte Sicherheit bei ihrer Liquiditätsplanung. Backhaus bescheinigte der Landwirtschaft nach der enttäuschenden Ernte eine „kämpferische Grundeinstellung“. Das werde sich auch auf der MeLa zeigen. Auf Fachveranstaltungen und am Stand des Ministeriums sind Digitalisierung und Düngeverordnung  die großen Themen. „Auf nach Mühlengeez“, forderte Backhaus auf.


Die Fachmesse fördere den Dialog mit der Öffentlichkeit und steigere die Akzeptanz der Landwirtschaft. „Für diese Möglichkeit sind wir immer wieder dankbar“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Bauernpräsident Detlef Kurreck in Bantin. Er wies darauf hin, dass auch in Mecklenburg-Vorpommern Landwirte eine Reihe von Projekten zu Artenschutz und Förderung der Biodiversität unterstützten. Blühflächen auf 2 000 ha, Zwischenfrüchte auf 52 000 ha, Leguminosen auf 18 000 ha, Rand- und Pufferstreifen auf über 4 600 ha seien dafür Beispiele.


Kurreck forderte dazu auf, in der Diskussion um eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft zur Sachlichkeit zurückzufinden. Es bringe nichts, die Landwirte in die Skandalecke zu stellen und statt wissensbasiert ideologisch zu argumentieren. „Wir wollen und müssen mit unserer Produktion und vernünftiger Ökologie Geld verdienen. Dieses Kernanliegen wollen wir auf der MeLa im Gespräch mit den Besuchern deutlich machen“, sagte der Bauernpräsident.


Dabei sei klar, dass die Politik gerade auf die Landwirtschaft großen Einfluss ausübe. Deshalb soll auf dem Landesbauerntag am 15. September der Frage nachgegangen werden, wie agrarpolitische Entscheidungen getroffen werden. Vertreter des Berufsstandes sowie aus Politik und Wissenschaft werden dazu auf dem Po­dium diskutieren. Neben dem Agrarministe­rium ist der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern ideeller Träger der Ausstellung. Als „Tier der MeLa“ steht die Honigbiene im Rampenlicht. Der Landesimkerverband MV hat Ak­tionen und Veranstaltungen an allen vier Messetagen vorbereitet, kündigte Verbandsvorsitzender Torsten Ellmann an.

 

Im Zeichen der Honigbiene

 

Zum zweiten Mal nach 2010 rückt die Honigbiene auf der Agrarschau in Mühlengeez als „Tier der MeLa“ in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Wir freuen uns über die Wertschätzung und wollen die Messe nutzen, um auf die Situation in der Bienenhaltung aufmerksam zu machen und für einen sorgsamen Umgang mit Honigbienen zu ­werben“, sagte Torsten Ellmann, 1. Vorsitzender des Landesverbandes der Imker Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LIMV), gegenüber der BauernZeitung. Der Verband wird, unterstützt und begleitet vom Landesverband der Buckfastimker MV, das gesamte Spektrum der Bienenzucht und -haltung präsentieren. Bei Gesprächen in und an der Imkerhütte im Freigelände stehen Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter des Bienenzuchtzentrums Bantin sowie Imker aus den Ortsvereinen als Ansprechpartner für Besucher bereit.

 

Etwa 1 100 Zuchttiere aus 180 Rassen und Schlägen sind dabei mit zahlreichen Schauen und Wettbewerben.

 

Das Programm der Agrarschau bietet viele Erlebnisse für die ganze Familie.

 

Kinder-Mela:

Bei der Kinder-MeLa gibt es viel Wissenswertes über unsere Haustiere zu erfahren.

 

 

 

Auf einen Blick:
■ Die MeLa ist an allen Messe-tagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
■ Eine Tageskarte kostet 10 €, Kinder im Alter bis 14 Jahre zahlen 5  €. Mit Rabattcoupon kostet der Eintritt am Donnerstag und Freitag jeweils 7 €. Eine Familienkarte für Eltern mit bis zu drei Kindern kostet 25 €.
■ Das Messegelände ist mit Pkw über die B 104 aus Güstrow und Schwerin sowie über die Verbindungsstraße aus Tarnow zu erreichen.
■ Aus Richtung Tarnow kommend, sind zusätzliche Parkplätze vorhanden. Parkgebühren werden nicht erhoben.
■ Hunde sind auf dem Messegelände erlaubt, erhalten aber keinen Zutritt zu den Fach- und Tierhallen.
■ Weitere Auskünfte unter Tel. (03 84 3) 77 33 30 oder im Internet www.mela-messe.de.

 

 

 

Schauflächen:
14.–15. 9., 10–17 Uhr und
16.–17. 9., 10–18 Uhr: MeLa von oben (aus einem Fesselballon in 50 m Höhe), Block F
9–18 Uhr: Sonderschau „Mela-Gartenträume“, Block F
9–18 Uhr: Sonderschau „Windtreffen“ in Halle 2
9–18 Uhr: Präsentation histo­rischer Landtechnik, Block F
9–18 Uhr: Demonstrationen „Das Handwerk – die Wirt­schafts­macht von nebenan“ Block F (F-57)
Täglich MeLa-Kochstudio „So schmeckt MV“ in Halle 1
Täglich Schau des Landesverbandes der Imker MV an der großen Imkerhütte im Block F;
13 + 17 Uhr: Bienenwettfliegen und -roulette (bei gutem Wetter)
17. und 18. 9., 9–18 Uhr: „Baumklettern für alle“, Waldarbeiter- und Forwarder-Meisterschaft, Block E

 

 

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