Artenvielfalt im Blick

22.05.2015

© Sabine Rübensaat

Blumenwiese (Bienenweide)

Unter dem Titel Landwirtschaft für Artenvielfalt“ haben der Ökoanbauverband Biopark und die Naturschutzorganisation WWF in Schwerin nach mehrjähriger Vorbereitung ein gemeinsames Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. „Ziel ist es, die Vielfalt der Flora und Fauna im Land zu fördern. Dabei geht es nicht darum, Flächen stillzulegen, sondern den Naturschutz in die landwirtschaftliche Produktion zu integrieren“, erläuterte Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Vorsitzender der Biopark Markt GmbH, den entscheidenden Unterschied zu anderen Naturschutzprojekten.


Landwirte können unter 70 Maßnahmen und Leistungen  entsprechend den Bedingungen in ihrem Betrieb auswählen. Im Fokus stehen Vogelarten wie das Braunkehlchen, Wiesenpieper, Lerche, Neuntöter und Rebhuhn, darüber hinaus Lurche wie die Rotbauchunke und Molche, darunter der Kammmolch. Grundlage des Leistungskataloges ist ein Naturschutzstandard, der gemeinsam von Biopark-Landwirten, WWF und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung entwickelt wurde. Produkte aus Betrieben, die nach diesem Standard produzieren, sollen künftig unter der Bezeichnung „bio plus“ und einem besonderen Logo mit einem grünen Vogel und dem Schriftzug „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ vermarktet werden. Als Partner beteiligt sich die Edeka Nord an dem Projekt.


Die Handelskette garantiert die Abnahme der Produkte „zu Erzeugerpreisen, die den Mehraufwand honorieren“, versicherte Carsten Koch, Sprecher der Edeka Nord Geschäftsführung. Vorgesehen ist, Mehraufwendungen und Nutzungseinschränkungen der Landwirte mit 5 ct/kg Rind- beziehungsweise Schweinefleisch und 20 ct/kg Kartoffeln zusätzlich zu vergüten.


Bioplus-Fleischprodukte sollen in den Edeka-Filialen zehn Prozent teurer angeboten werden als bisher handelsübliche Biofleischprodukte. Bis 2017 sollen sämtliche Produkte unter dem neuen Logo aus dem Biopark kommen. Über 40 Betriebe mit mehr als 25 000 ha Fläche beteiligen sich.


Die Landesregierung hat das Projekt, einschließlich eines sehr informativen Handbuches, mit rund 35 000 € gefördert. „Wir haben Landnutzer, -schützer und Lebensmitteleinzelhandel zusammengebracht. Nun kann jeder Verbraucher noch deutlicher auf die Auswirkungen seines Einkaufs auf die Artenvielfalt achten“, sagte Agrarminister Dr. Till Backhaus.


Noch handele es sich um eine Nische, doch die Potenziale seien groß, zeigte sich Tanja Dräger de Teran, Projektverantwortliche beim WWF Deutschland, zuversichtlich. „Wir hoffen, dass künftig auch andere Öko-Anbauverbände den Naturschutzstandard übernehmen.“

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