Apfelsaison: Mittlere Ernte

15.09.2014

© Archiv

Äpfel aus der Region stehen in ausreichender Menge zur Verfügung.

Kurz vor Erntebeginn des ‘Elstar‘, der Deutschen Lieblingsapfel, erfolgte in den Plantagen der Obstgut Eggert GbR in Lüssow nahe Stralsund die Apfelsaisoneröffnung. Agrarminister Till Backhaus gab mit der Landes-Apfelblütenkönigin Jenny Ulbrich den offiziellen Startschuss.

Die Stralsunder Obstgut Eggert GbR baut auf einer Fläche von 49 Hektar Kern-, Stein- und Beerenobst sowie Erdbeeren nach den Richtlinien der kontrolliert Integrierten Produktion an. In einer Betriebsausgründung, der Bio Obst & Gemüse Sylvio Eggert, werden auf 120 Hektar Mostäpfel ökologisch erzeugt. Nach der witterungsbedingt sehr kleinen Ernte des Vorjahres erwarten die Obstbauern ein Aufkommen von rund 36 000 t Äpfeln. Das sind rund 3 % mehr als im Mittel der vergangenenen zehn Jahre und gegenüber 2013 ein sattes Plus von mehr als 40 %.

Dass die Steigerung gegenüber dem Vorjahr nicht noch größer ausfällt, liegt an Frost während der Vollblüte. Lokal wurden Luftfröste von bis zu –4 °C gemessen. Einzelbetrieblich zog der Frost drastische Blütenschäden nach sich, sodass teilweise nur ein Viertel der Normalernte erreicht wird. Dies trifft zwar nur lokal begrenzt zu, belastet aber dennoch die Gesamterwartung.

„Die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich auf Äpfel sehr guter Qualität freuen. Die Witterung der letzten Wochen hat das Fruchtwachstum und die Bildung der Inhaltsstoffe günstig beeinflusst. Süße und Säure der Früchte haben ein ausgewogenes Verhältnis“, erklärte Günter Brandt, Vorsitzender des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse e. V., erfreut. Doch auch wenn die Qualität stimmt, blicken die Obstbauern mit großer Sorge auf die kommende Vermarktungssaison.

Angesichts einer prognostizierten europäischen Apfelrekordernte von 11,9 Mio. t befürchten sie einen Preisverfall. Darüber hinaus sind durch das russische Handelsembargo zusätzliche Verwerfungen auf dem Apfelmarkt programmiert. Russland importiert jährlich über 1 Mio. t  Äpfel, davon 50 bis 60 % aus der EU. Hauptlieferant war bisher mit rund 700 000 t das in diesem Jahr ohnehin mit einer Rekordernte gesegnete Polen. Ob und wie Polen diese Menge auf anderen Märkten unterbringen will und kann, ist völlig offen. „Die Erzeugerpreise für Tafel- und Verwertungsäpfel werden deshalb sofort unter Druck stehen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass sie 30 bis 50 % unter Vorjahresniveau liegen werden“, erläuterte Günter Brandt.

Als Reaktion auf das russische Embargo hat die EU Marktunterstützungsmaßnahmen von 125 Mio. € angekündigt. Davon sollen 82 Mio. € auf Äpfel entfallen. Ob die hiesigen Obstbauern davon partizipieren wollen und können, wird sich zeigen, wenn die Details der Marktunterstützung bekannt sind.

Nicht zuletzt mit Blick auf den russischen Importstopp appellieren die Obstbauern mit Nachdruck an die Verbraucherinnen und Verbraucher, mehr deutsche Äpfel zu essen. „Äpfel aus der Region stehen in ausreichender Menge zur Verfügung, schmecken gut und sind darüber hinaus Gesundheit pur“, warb Günter Brandt.

LMS Agrarberatung

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