Apfelernte

11.01.2013

 

 

Die Apfelanbauer des Landes konnten sich im vergangenen Jahr über eine sehr gute Ernte freuen. Nachdem in der 48. Kalenderwoche die letzten späten Mostäpfel aufgelesen waren, stand fest: Mit 46.491 t wurde die zweitgrößte Apfelernte der letzten zwanzig Jahre eingebracht. Im Vergleich zum blütenfrostbedingt desaströsen Ergebnis 2011 ist das eine Steigerung um fast das Dreifache. Das Aufkommen liegt 16 % über dem Mittel der Jahre 2005 bis 2010. Lediglich die bisher beste Ernte 2008 mit 53.000 t wurde nicht erreicht.

 

Rund 90 % der Ernte 2012 dienen als Rohstoff für die Verwertungsindustrie und werden zu Saft, Mus und Kindernahrung verarbeitet. Darüber hinaus werden Schälbetriebe und Brennereien beliefert. Die restlichen zehn Prozent werden auf dem Tafelapfelmarkt abgesetzt. Drei Viertel der Äpfel stammen aus kontrolliert Integrierter Produktion, die Übrigen aus dem Bio-Anbau. Nach der Erntemenge sind die drei wichtigsten Verwertungssorten: ’Golden Delicious’, ’Seestermüher Zitronenapfel’ und ‘Remo‘. Die drei bedeutendsten Tafelapfelsorten sind ‘Jonagold‘, ‘Jonagored‘ und ‘Elstar‘. Das hervorragende Ernteergebnis kommt mehr als recht, denn nach dem Ertragseinbruch 2011 haben die Apfelanbauer die durch die Witterungsunbilden  hervorgerufenen Umsatzverluste noch längst nicht verdaut. Für die im Verband Mecklenburger Obst und Gemüse organisierten Erzeuger belief sich der Erlösausfall durch Blütenfrostschäden in der Vermarktungssaison 2011/2012 auf über 3,6 Mio. €.

 

Gänzlich anders stellte sich die Situation im vorigen Jahr dar. Mit rund 9,7 Mio. t fällt die Apfelernte in der Europäischen Union eher knapp aus. Insbesondere im Benelux-Raum, in Frankreich und Österreich wurden nach wiederholten Spätfrost- und Hagelereignissen deutlich kleinere Ernten als in Normaljahren eingebracht. Tafel- und Verwertungsäpfel aus Mecklenburg-Vorpommern sind gefragt und werden mit auskömmlichen Preisen honoriert.  Das wird sich in der Vermarktungssaison 2012/2013 wohl fortsetzen, denn in Europa lagern fast 25 % weniger Äpfel als 2011/2012. Folgerichtig werden für Tafelware (Spitzen-)Preise realisiert, die 15 bis 25 €/100 kg über dem Niveau der Vorsaison liegen. Die Auszahlungspreise für Mostäpfel aus kontrolliert Integrierter Produktion bewegten sich 2012 auf einem Niveau von 14 bis 18 €/100 kg und lagen damit über dem Durchschnittspreis des Vorjahres. Für Bio-Mostäpfel wurden Auszahlungspreise von 30 bis 33 €/100 kg realisiert.

 

Äpfel sind das unangefochtene Lieblingsobst der Deutschen: 19,5 kg werden jährlich je Privathaushalt eingekauft. Der Pro-Kopf-Konsum von Apfelsaft beträgt 8 und der von Apfelsaftschorle 9,4 Liter pro Jahr. Dr. Rolf Hornig, LMS


 

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