Apfelernte: Gut zwei Wochen früher

05.09.2018

© Rolf Hornig

Apfelsaison: Agrarstaatssekretär Jürgen Buchwald, Blütenkönigin Vanessa Balzer, Landtags-Agrarausschuss-Vorsitzende Elisabeth Aßmann und Günter Brandt gaben den Startschuss.

Zwei Wochen früher als sonst starteten die Obstbauern in diesem Jahr in die Apfelernte. „Wir rechnen in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Ertrag von  37.000 Tonnen. Das wäre eine durchschnittliche Ernte“, sagte Anbauberater Dr. Rolf Hornig beim offiziellen Auftakt der Apfelerntesaison des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse in der Boddinobst GmbH & Co. KG, Landkreis Ludwigslust-Parchim. 

 

Mehrere Unbekannte bei Preisentwicklung

 

Nach Hornigs Angaben sind die Äpfel aus der neuen Ernte süß und saftig. Das derzeitige Preisniveau sei für die Anbauer „noch einigermaßen akzeptabel“. Der Grund: „Wegen der ertragsschwachen Saison 2017 sind die Apfelsaftläger leer. Jetzt brauchen die Safthersteller Nachschub“, so Hornig. 85 bis 90 % der Äpfel aus MV werden zu Saft, Mus oder Kindernahrung verarbeitet.

 

Ob die leeren Saftläger sich positiv auf die Preisentwicklung auswirkten, sei noch nicht klar. Während bundesweit mit etwa 934.000 t eine bestenfalls durchschnittliche Apfelernte erwartet werde, steuere Europa auf eine Rekordernte zu. Ungewiss sei vor allem, wie stark Äpfel aus Polen, die wegen des EU-Embargos seit 2014 nicht mehr auf den russischen Markt kämen, nun auf die Märkte in der EU drängten, sagte Hornig. 

 

Noch nicht abzuschätzen sei zudem, wie viele Äpfel von den traditionellen Streuobstwiesen in Bayern und Baden-Württemberg in dieser Saison auf den Markt gelangten. Bei einem Potenzial von 1,1 Mio. t gehe von diesen Erträgen „ein gewisser Marktdruck“ aus.  

 

Beregnung wird Schlüsselfaktor

 

Zufrieden zeigte sich Günter Brandt, Prokurist der Boddinobst GmbH & Co. KG.  Das Unternehmen bewirtschaftet 200 ha Apfelplantagen. Fast die Hälfte der Fläche wurde seit 2001 schrittweise auf Bio umgestellt. Agrarstaatssekretär Jürgen Buchwald zufolge sieht die Landesregierung noch erhebliches Potenzial sowohl für den ökologischen Obstbau als auch für den Anbau mit integriertem Pflanzenschutz. Man müsse sich absetzen vom Massenmarkt, so Buchwald in Boddin. 

 

Günter Brandt wies noch auf einen weiteren Aspekt hin. „Wir haben in den vergangenen Jahren in die Beregnung investiert. Das hat sich 2017 ausgezahlt, als wir mit Frostschutzberegnung trotz starker Fröste im Frühjahr in der integrierten Apfelproduktion noch 80 Prozent vom Durchschnittsertrag retten konnten.“ In diesem Jahr wurden die Äpfel ab Mai kontinuierlich über Tropfbewässerung versorgt. „Auch das war die richtige Entscheidung. Wir ernten schöne große Früchte in guter Qualität. Zusatzbewässerung wird im Obstbau zum Schlüsselfaktor für den Betriebserfolg“, betonte Brandt, der auch Vorsitzender des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse ist. 

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