Antibiotika

27.11.2015

Rainer Tietböhl © Gerd Rinas

Neubrandenburg. Bauern­präsident Rainer Tietböhl hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach in jedem zehnten Stall „heimlich“ Antibiotika an Tiere verabreicht würden. „Antibiotika müssen vom Tierarzt verschrieben werden“, sagte er. Sie würden nur nach Abstimmung mit dem Tierarzt eingesetzt und im Betrieb dokumentiert, so Tietböhl.


Richtig sei, dass jeder zehnte Betrieb gegen die Mitteilungspflicht verstoßen habe, die seit der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) gilt. Antibiotikagaben wurden dem Landesamt für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Fischerei (LaLLF) nicht ordnungsgemäß mitgeteilt. „Es handelt sich also um einen Verstoß gegen die Mitteilungspflicht und nicht um den heimlichen Einsatz von Antibiotika.“


Seit Jahren werden Antibiotikagaben in der Tierhaltung dokumentiert. So müssen alle Tierhalter, die am Qualitätssicherungssystem QS teilnehmen, ihre Werte melden. Mit der 16. AMG-Novelle gelten neue Regelungen. Tierhalter müssen ihre Daten zu Antibiotikagaben in eine Tierarzneimittel-Datenbank einpflegen. Überwachungsbehörden können somit die Therapiehäufigkeit mit Antibiotika beurteilen und mit anderen Betrieben vergleichen. Auf dieser Grundlage können Tierhalter zu Prüfungen und Maßnahmen verpflichtet werden. „Die neue Datenbank funktionierte anfangs nicht reibungslos. Das ist aber kein Grund, die gesetzlichen Anforderungen nicht einzuhalten“, so Tietböhl. Nach Angaben des LaLLF handelt es sich um ca. 60 von 632 Betrieben. Tietböhl mahnt zu mehr Sorgfalt: „Wenn mehr als 60 Tierhalter, obwohl sie Antibiotika ordnungsgemäß einsetzen, in ihrer Mitteilungspflicht nachlässig sind, fällt ein schlechtes Licht auf alle Nutztierhalter im Land.“

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