Agrarstrukturerhebung

08.03.2016

© Maxi Vent

Alle Landwirtschaftsbetriebe ab sechs Hektar Betriebsfläche werden befragt.

Wir haben viele Agrarstatistiken, die jedoch nicht jedes Jahr mit Daten gefüttert werden – manche nur alle zwei, andere nur alle drei oder fünf Jahre, einige noch seltener.“ Mit diesem Satz eröffnete Dr. Dieter Gabka vom Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern auf der Beratung der Kreis-/Regionalbauernverbände in Todendorf seinen Vortrag zu Statistikvorhaben 2016.   

 

Umfangreiche Erhebung


Eigentlich stehen im nächsten Jahr relativ wenige Statistiken an, gäbe es da nicht die Agrarstrukturerhebung (ASE). Bei der ASE 2016 handelt es sich um die umfangreichste Erhebung im landwirtschaftlichen Bereich seit Jahren. Sie steht laut Aussage von Dr. Gabka, zuständig für den Bereich Agrarstatistik, der Landwirtschaftszählung 2010 in nichts nach. Dabei gibt es kaum ein Gebiet in der Landwirtschaft, das nicht statistisch bearbeitet wird. Immer wieder kommen neue Bereiche hinzu, wie vor wenigen Jahren die Pilzzucht und die Aquakultur. Der deutsche Gesetzgeber und nicht zuletzt die EU wollen es so. Die weitaus meisten Agrarstatistiken haben EU-Rechtsvorschriften im Hintergrund, die in nationales Recht umgesetzt wurden. Grundlage sämtlicher Statistik in Deutschland ist das Bundesstatistikgesetz.  


Woher stammen die Datenwünsche, warum werden Statistiken geführt? Da die Europäische Union der Landwirtschaft sehr viel Geld zur Verfügung stellt, möchte sie wissen, wie die finanziellen Mittel verwendet werden. Dies ist ein wichtiger Grund, warum die EU ihren Mitgliedsländern die Statistiken vorschreibt. Hinzu kommt der nationale Datenbedarf, vor allem für regionale Ergebnisse.

 

Wer wird befragt?


Für die Agrarstrukturerhebung werden alle Landwirtschaftsbetriebe ab einer bestimmten Größe befragt. Nicht erfasst werden beispielsweise „Hobbybauern“ mit 15 Hühnern und drei Schweinen. Es sei denn, der Landwirt hat mindestens sechs Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Jeder Landwirt, der vom Statistischen Landesamt herangezogen wird, muss den Fragebogen ausfüllen. Für ihn besteht Auskunftspflicht!


Betriebe werden u. a. zu Rechtsform, Bodennutzung und Viehbeständen befragt. Einige Unternehmen werden nach dem Zufalls-prinzip einer Stichprobe zugeteilt. Sie haben weitere Fragen zu beantworten, zum Beispiel zu Arbeitskräften sowie Eigentums- und Pachtverhältnissen. In Mecklenburg-Vorpommern betrifft das 3 200 Betriebe. Die Fragebögen werden in der ersten Aprilwoche versandt. Bei der Ermittlung der Betriebe bedient sich das Statistische Amt des Betriebsregisters Landwirtschaft. Des Weiteren greifen die Behördenmitarbeiter auf die Rinderdatenbank, das Legehennenbetriebsregister sowie die Angaben zur Agrarförderung zurück.

 

Später wäre besser


„Statistik ist nicht beliebt, aber sie muss durchgeführt werden. Deshalb besteht das Ziel des Statistischen Landesamtes darin, mit wenig Aufwand möglichst gute Ergebnisse zu erzielen“, unterstrich Dr. Gabka. Letzten Endes dienen die Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung auch dazu, Politik und Wirtschaft eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben. Häufig werden sie für Planungen und Maßnahmen herangezogen. Ferner werden mit den Daten der ASE ebenso die statistischen Anforderungen der EU abgedeckt.


Ein wunder Punkt ist allerdings der Erhebungszeitraum. Er fällt in die Phase der Antragstellung für die Agrarförderung. Für viele Landwirte ist es kein gut gewählter Termin. Etwas später wäre für sie weitaus günstiger. Das gaben auch die Anwesenden in Todendorf Gabka mit auf den Weg. Das Statistikamt wiederum sei dazu angehalten, zu einem vernünftigen Zeitpunkt ein seriöses Ergebnis bereitzustellen, erwiderte Gabka. Mit einem vorläufigen Ergebnis der ASE 2016 kann zur Grünen Woche 2017 gerechnet werden. Gegenwärtig ist die Behörde damit beschäftigt, die Kreisergebnisse für 2015 aufzubereiten.

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