Agrarcampus nimmt Gestalt an

07.10.2016

© Gerd Rinas

Außenansicht des neuen Seminargebäudes.

Für Dr. Gisela Spangenberg und ihre Lehrerkollegen ging in der vorigen Woche ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Mit Agrarminister Dr. Till Backhaus weihte die Leiterin der Fachschule für Agrarwirtschaft in Güstrow-Bockhorst ein neues Seminargebäude ein. 1,6 Mio. € hat das Land in das Haus mit rund 260 m2 Nutzfläche investiert. Der kubische zweigeschossige Bau gibt dem weitläufigen Areal der Fachschule mit seinen älteren Gebäuden einen futuristischen Sprenkel.


Im Innern ist das neue Gebäude modern und großzügig ausgestattet. Unterrichtsräume, Lehrerzimmer und Büros sind durch einen offenen Raum über beide Stockwerke erreichbar. Herzstück des Gebäudes ist der „All-in-one-Multimediaraum“, der mit ­Beamer, Dokumentenkamera, Intranet, Internet und 25 Multimediaarbeitsplätzen versehen ist. Der Kombinationsraum im Obergeschoss kann mit Trennwänden variiert werden. Besonderes Mobiliar unterstützt unterschiedliche Unterrichtsformen, Projektarbeit, Präsentationsforen oder auch ­Blockunterricht.


Unumgänglich wurde der Neubau, weil sich die Klassenräume in Güstrow in den vergangenen Jahren immer mehr füllten: Seit 1990 sanken landesweit die Schülerzahlen, und das Land entschied, die Fachschulausbildung am Standort Güstrow zu konzentrieren. „Mit Neubrandenburg-Tollenseheim schließt demnächst unser letzter Außenstandort“, erläutert Gisela Spangenberg, die die Fachschule seit 1992 leitet.


In Güstrow sind die Schülerzahlen konstant geblieben. „Um die 200 Fachschüler machen bei uns den Abschluss als staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt beziehungsweise Wirtschafter. Etwa 350 Land- und Tierwirte, Pferde- sowie Forstwirte und Gartenbauer bilden sich jedes Jahr zum Meister weiter “, so Spangenberg. Schüler kommen nun auch aus benachbarten Bundesländern.


Eine Ursache für die große Nachfrage: Der Unterricht findet grundsätzlich im Winterhalbjahr, der arbeitsärmeren Zeit in der Landwirtschaft, statt. Weitere Pluspunkte: Die Ausbildung ist auf Betriebswirtschaft und Unternehmensführung ausgerichtet. Sommerpraktika, Exkursionen, Unterricht in den Betrieben und Pro­jektarbeiten zu betrieblichen ­Themen sorgen für starke Praxis­orientierung.


Zudem haben sich die Bedingungen in „Bockhorst“, wie der traditionsreiche Ausbildungs-standort schon lange in der Agrarszene genannt wird, sehr verbessert.


24 Mio. € sind seit der Wende  in die Grundsanierung, den Neubau des Wohnheims, in ein Gewächshaus und eine Halle für die Ausbildung  in Gartenbau und Forstwirtschaft geflossen. „Vor 25 Jahren haben wir von einem Agrarcampus geträumt. Nun nimmt er Gestalt an“, so Gisela Spangenberg.

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