25 Jahre Thünengesellschaft Tellow

26.10.2015

© Ulrich Meyn

Das Gutshaus des Thünengutes in Tellow.

Sie hat nach der Wende Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus aus sechs Ländern zusammengeführt. Sie hat in den vergangenen 25 Jahren das Wissen über einen der begabtesten deutschen Universalgelehrten vermehrt und in der Öffentlichkeit verbreitet. Sie sorgt dafür, dass das wissenschaftliche Erbe ihres Namensgebers an historischer Stätte sorgfältig gepflegt und erschlossen wird – zu ihrem 25. Jubiläum empfing die Thünengesellschaft Tellow kürzlich viel Anerkennung.

 

 

Bleibende Verdienste erwarben sich die Mitglieder des ersten Vorstandes der Thünengesellschaft. Ganz rechts Prof. Tack, seit 1994 Vorsitzender.

 

 

 

 

 

 

 

Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Rostock, hob die vielen Publikationen hervor, mit denen die Gesellschaft das Gedankengut des Musterlandwirts, Sozialreformers und Nationalökonomen Johann Heinrich von Thünen (1783 bis 1850) aufbereitet und der Nachwelt zugänglich gemacht hat. Constien bestärkte die Mitglieder darin, Thünens Ideen vor allem der jüngeren Generation nahezubringen. Gesellschaft und Museum könnten weiter mit der Unterstützung des Landkreises rechnen.


Auch das Land stehe zu Thünengesellschaft und -museum, betonte Referatsleiter Dr. Wolfgang Wienkemeier aus dem Agrarministerium, der die Grüße von Minister Dr. Till Backhaus überbrachte. Man werde auch künftig einen Rahmen für die wissenschaftliche Tätigkeit der Gesellschaft und den Erhalt des Museumsstandortes als wertvolles Kulturgut schaffen.


Erfreut über diese Wertschätzung zeigte sich Prof. Dr. Fritz Tack, seit 1994 Vorsitzender der Thünengesellschaft. Er bedankte sich bei Mitgliedern und Unterstützern. Erst durch die gemeinsamen Anstrengungen von Bund, Land und Landkreis sei es möglich gewesen, Tellow als international anerkanntes Zentrum der Thünenforschung zu etablieren.


In ihrem Rückblick ließ Museumsdirektorin Angela Ziegler wichtige Stationen der Thünengesellschaft seit der Gründung im Herbst 1990 unter ihrem ersten Vorsitzenden Prof. Gerhard Jannermann und des Tellower Museums Revue passieren. Deutlich wurde, dass das Ringen um den Erhalt und die Entwicklung des Museumsstandortes den Mitarbeitern viel abverlangt. Umso mehr Beachtung verdienen die Veröffentlichungen, Veranstaltungen und insbesondere die Ausstellungen zu Thünen.


Große Verdienste haben sich die Absolventen der Rostocker Universität Dr. Gunter Viereck, Dr. Martin Buchsteiner und Christoph Wegner erworben. Ziel sei es, die Gesellschaft zu verjüngen. Dazu sollen neue Wege gegangen werden.


In einem beeindruckenden Festvortrag gab Dr. Ludwig Nellinger, Bonn, Einblick in die Geschichte der Thünengesellschaften in Deutschland und die internationale Thünenforschung. Er würdigte Wissenschaftler wie Hermann Schumacher, Erich Gutenberg, den wohl bedeutendsten deutschen Thünenforscher, den Rostocker Universitätsprofessor Asmus Petersen (1900–1962) bis hin zum amerikanischen Nobelpreisträger P. A. Samuelson (1915–2009).


Nellinger war 1999 auf einer Tagung in Rostock mit dem Werk Thünens in Berührung gekommen. U. a. inspiriert vom  langjährigen Tellower Museumsdirektor Rolf-Peter Bartz, ließen Thünens Schriften ihn nicht mehr los. Er erwarb sich den Ruf eines profunden Kenners. Nellinger begeistert sich besonders für Thünens wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten. Nach seiner Einschätzung sind sie wenig erforscht, ihre Bedeutung für die Gegenwart würde unterschätzt. Als Mitglied der Thünengesellschaft Tellow und des namhaften Ausschusses für die Geschichte der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Verein für Socialpolitik) warb Nellinger in Tellow für die zeitnahe kommentierte Herausgabe von Thünens „Isoliertem Staat“, einschließlich der zahlreichen unveröffentlichten Manuskripte. Bislang scheiterte dies vor allem an der fehlenden Finanzierung.                                     

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