25 Jahre Landesforschungsanstalt

19.06.2017

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Geschmückte Lagerhalle statt Bankettsaal, selbst gebackener Kuchen statt Schnittchen vom Caterer – den 25. Geburtstag der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow hatten die Mitarbeiter kürzlich komplett mit eigenen Kräften vorbereitet. Wissenschaftler, Praxispartner und Gäste schienen die rustikale Atmosphäre zu genießen.


Die LFA wurde am 2. Januar 1992 mit 143 Mitarbeitern gegründet. Derzeit sind an den Standorten Gülzow, Dummerstorf, Rostock, Born und Hohen Wangelin 100 Mitarbeiter tätig. Seit 2007 hat das Land 20,5 Mio. € investiert. „Die Landesforschungsanstalt ist klein, aber fein und für den Agrar- und Fischereistandort Mecklenburg-Vorpommern von unschätzbarem Wert“, bekannte sich Agrarminister Till Backhaus zu der Forschungseinrichtung. Er dankte den Wissenschaftlern für ihre praxisorientierte Arbeit u. a. in Sortenwesen, nachhaltiger Landwirtschaft, ökologischem Landbau und Aquakultur.


„Wir Landwirte fühlen uns dem wissenschaftsbasierten Dialog mit der Gesellschaft verpflichtet. Auch dabei zählen wir auf die Agrarwissenschaftler“, betonte Bauernpräsident Detlef Kurreck. Als Gunststandort sei Mecklenburg-Vorpommern gut beraten, sein agrarwissenschaftliches Potenzial zu hegen und zu pflegen.


In die gleiche Richtung argumentierte Festredner Jakob Opperer. Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) warnte vor dem weiteren Abbau der Agrarforschung in Deutschland. „Notwendig ist vielmehr eine Rückbesinnung.“ Weil der Wissenstransfer von den Universitäten abnehme, komme der angewandten Forschung große Bedeutung zu. Allerdings brauche sie eine „kritischen Masse“ und regionale Ausrichtung, um auf gesellschaftliche Veränderungen schnell reagieren zu können.


Für die landwirtschaftliche Praxis überbrachten Reinhard Drews, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Köchelstorf, und Klaus Parr, Betriebsleiter des Gutes Dummerstorf, Glückwünsche. Beide Praktiker berichteten eindrucksvoll über die vielfältige Zusammenarbeit mit der LFA. Das in Gülzow angesiedelte Kompetenzzentrum für Freilandgemüsebau sei ein bundesweites Erfolgsmodell, eine „Perle“, schwärmte Klaus-Dieter Wilke, Geschäftsführer der Obst- und Gemüse-Erzeugerorganisation „Mecklenburger Ernte“. Von der Arbeit profitierten sechs Bundesländer. Für die Binnenfischer im Land sei die Zusammenarbeit mit dem LFA-Institut „überlebenswichtig“, sagte Ulrich Paetsch, Präsident des Landesverbandes der Binnenfischer.


LFA-Direktor Dr. Peter Sanftleben hatte zuvor den Jahresbericht 2016 vorgestellt. Zur Bilanz gehören 100 Veranstaltungen mit 5 300 Besuchern, 300 Vorträge und 270 Veröffentlichungen. LFA-Mitarbeiter verfassten knapp 70 Stellungnahmen zur Politikberatung sowie Gutachten, und sie betreuten 20 Bachelor- und Masterarbeiten.

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