17. Pflügerwettbewerb Westmecklenburg

19.04.2018

© Birgit Hamm

Konzentriert im Wettbewerb: Ein exaktes Pflugbild braucht Geduld, Erfahrung und Augenmaß, so Sven Thanheiser. Am Ende kam er mit dem Beetpflug auf Platz 3.

Diese eine Furche ist nicht ganz gerade.“ Kritisch begutachtete Sven Thanheiser unter den Augen von Schiedsrichtern, Kollegen und Familie seine Leistung. Knapp zwei Stunden lang hatte er sein Beet abgesteckt, die Stangen gesetzt, immer wieder nachgemessen, um mit dem alten Beetpflug B 200 ein einheitliches Pflugbild zu schaffen.


Der Mitarbeiter der Agp Lübesse war einer von 15 Startern und zwei Starterinnen, die am vergangenen Sonnabend am 17. Pflügerwettbewerb Westmecklenburg in Kraak, Landkreis Ludwigslust-Parchim, teilnahmen. Und sein Anspruch war hoch, denn der 36-Jährige konnte in den vergangenen Jahren den Acker bei diesem Wettstreit bereits fünfmal als Sieger verlassen. „Ein gut gepflügtes Feld muss nicht nur sauber und geradlinig aussehen“, weiß er.


„Zur Unkrautvernichtung und Nährstoffanreicherung braucht es auch die richtige Tiefe, und möglichst alle Stoppeln müssen eingearbeitet werden.“ Die dafür notwendige Erfahrung, das Augenmaß und die Geduld hat er gelernt, seit er mit 15 Jahren auf dem väterlichen Feld seine ersten Furchen gezogen hat.


Dieses alte bäuerliche Handwerk, waren sich die Ehrengäste des Pflügerwettbewerbs, Landrat Rolf Christiansen und Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald, mit dem Hauptschiedsrichter Carsten Dettmann einig, sei in den vergangenen Jahren etwas „untergepflügt“ worden. Das habe sich inzwischen geändert. In Zeiten, in denen der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat heiß diskutiert werde, komme dem Pflügen wieder mehr Bedeutung zu.


Gastgeber Christian Karp vom Hof Karp sah das ebenso. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Marcel Hartwig, den er mit dem Drehpflug ins Rennen schickte, pflügt er selbst regelmäßig. Deshalb ist er auch von dem tradi­tionsreichen Wettbewerb überzeugt. „Wenn ich auch noch in zwei Jahren merken werde, dass die Starter hier quer gepflügt haben“, schmunzelte er. „Neben der fachlichen Präsentation landwirtschaftlicher Arbeit ist für mich wichtig, dass sich die Landwirtschaft hier der Öffentlichkeit präsentieren kann. Es ist eine gute Gelegenheit, mit Kollegen und vor allem Verbrauchern ins Gespräch zu kommen.“


Und die kamen trotz des kühlen und feuchten Wetters zuhauf. Landwirte, Väter mit Söhnen, ganze Familien nutzten das breite Angebot neben dem Leistungspflügen weidlich, schauten sich den Hof Karp an, informierten sich über moderne Landtechnik, staunten beim Schaupflügen über die Oldtimer, genossen die Angebote von  Handwerker- und Bauernmarkt.


Die wachsende Bedeutung des Pflügens unterstrich nicht zuletzt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die den Siegern und Platzierten auf dem Acker von Hof Karp höchstpersönlich gratulierte.

 

 

 

Siegerliste
Gesamtwertung: 1. Platz: Torsten Schönsee, Karbower Agrargenossenschaft eG.
Drehpflügen, 1. Platz: Marcel Fröhling, LWB Grevesmühlen, 80,1 Punkte; 2. Sönke Timm, Raiffeisen Technik HSL GmbH, 79,5; 3. Jakob Schünemann, Gut Wamckow GmbH & Co. KG.
Beetpflügen, 1. Platz: Torsten Schönsee, 92 Punkte; 2. Martin Werner, Agrargenossenschaft Köchelstorf eG, 83,2; 3 Sven Thanheiser, Agp Lübesse, 72,5;
Auszubildende: 1. Sönke Timm, 2. Jakob Schünemann, 3. Jonas Feldmann (Drehpflug), Gut Wamckow GmbH & Co. KG, 72,5. 

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