11. Landwirtschaftstag in Linstow

21.03.2018

© Gerd Rinas

Beackerten in Linstow ein weites Feld: Moderator Dietrich Holler, Agrar- und Umweltminister Till Backhaus, Landesbauernpräsident Detlef Kurreck und Klaus-Herbert Rolf, Leiter Sales & Marketing 365FarmNet (v. l.).

Sollen Landwirte jetzt noch in Pflanzenschutzspritzen herkömmlicher Bauart investieren? Machen Digitalisierung und Mini-Roboter solche Geräte demnächst überflüssig? Moderator Dietrich Holler hatte wieder einen Sack voll provokanter Fragen im Gepäck, um zuzuspitzen und Unterschiede in den Auffassungen seiner Gesprächspartner herauszukitzeln. Auf dem 11. Landwirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken am Montag in Linstow ging es darum, wie die Zukunft der Landwirtschaft aktiv gestaltet werden kann. Mehrere Diskus­sionsrunden zeigten auf, dass es dafür verschiedene Quellen gibt. Eine ist die Digitalisierung.


Nach Einschätzung von Klaus-Herbert Rolf, Leiter Sales & Marketing der Firma 365FarmNet, komme es jetzt darauf an, aus digitalen Möglichkeiten Chancen zu entwickeln. Optimierte Ausbringung,  besseres Wachstum, automatische Dokumentation, mobile Datenerfassung, Auswertung von Cross-Compliance und Düngeverordnung – die Einsatzfelder für Digitalisierung in der Landwirtschaft seien zahlreich. „Dabei ist klar, dass die gewonnenen Daten dem Landwirt gehören“, so Rolf.


Auch Agrarminister Till Backhaus sieht in der Digitalisierung große Chancen und würde den Agrarsektor in MV am liebsten zum Vorreiter entwickeln. Die bisher unzureichende Breitbandversorgung sei dafür kein Hindernis. „Der Ausbau läuft jetzt an. Das nutzt uns aber nichts, wenn wir die Probleme beim Mobilfunkempfang nicht lösen“, gab Backhaus zu bedenken.
Einig war man sich auf dem ­Podium, dass eine Reihe von ­Agrarbetrieben in der Digitali­sierung auf einem guten Weg ist. Bei Investitionen ins Digitale soll der Norden weiter sein als der ­Süden. „Für viele lautet die Herausforderung: Wie kann ich die Daten im Betrieb aus unterschiedlichen Betriebszweigen verknüpfen?“, gab Klaus-Herbert Rolf Einblick.


Digitalisierung könnte beitragen, Erzeuger- und Verfahrenskosten zu senken, sagte Landesbauernpräsident Detlef Kurreck. Der Knackpunkt liege zunächst aber woanders: „Datensicherheit und -hoheit sind für uns Landwirte ein heikles Thema. „Wir müssen aufpassen, dass wir Herr über unsere Daten bleiben. Was wir herausgeben, dafür müssen wir uns sensibilisieren“, betonte Kurreck. Für den Umgang mit den Daten brauche es in der Gesellschaft Spielregeln und auch Vertrauen in das System. „Vermitteln muss das die Politik.“


Klar sei, dass die Digitalisierung um die Landwirtschaft keinen Bogen machen werde. „Der Entwicklung müssen wir uns stellen.“ Von der Idee, jetzt keine Pflanzenschutzspritze mehr zu kaufen, hielt Kurreck übrigens gar nichts: „So lange Bits und Bites nicht applizieren können, brauchen wir die Spritze.“

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