Zuckerrübenernte 2016

20.02.2017

© Detlef Finger

Rübenhof in Könnern. In fabrikfernen Gebieten ist ein Anbau wegen der hohen Transportkosten künftig nicht mehr wirtschaftlich.

Die Rübenlieferanten des Zuckerunternehmens Pfeifer & Langen KG aus den brandenburgischen Landkreisen Märkisch-Oderland, Barnim und Uckermark haben 2016 eine vergleichsweise gute Zuckerrübenernte eingefahren. In dem als Region VI der Zuckerfabrik Könnern (Sachsen-Anhalt) bezeichneten Gebiet wurden im vergangenen Jahr auf 2 234 ha Anbaufläche (2015: 1 341 ha) im Mittel 66,1 t/ha Rüben bzw.  12,1 t/ha Zucker geerntet. Der Saccharosegehalt der Hackfrüchte lag bei 18,3 %. Mit diesen Werten rangiert die Region 2,4 %, 0,7 % bzw. 0,3 % über dem Fabrikdurchschnitt. Im mehrjährigen Mittel (2010 bis 2016) wurden hier auf 2 325 ha Rüben angebaut und Ergebnisse von 60,2 t/ha Rüben bzw. 11,0 t/ha Zucker bei 18,3 % Zuckergehalt realisiert.


In der Vergangenheit lieferten etwa 120 landwirtschaftliche Betriebe aus Uckermark, Havelland und Oderbruch zusammen rund 150 000 t Rüben an das Werk Könnern zur Verarbeitung. Im Zuge der Zuckermarktreform 2006 gaben hier bereits zahlreiche Anbauer ihre Lieferrechte gegen Entgelt ab.


Deckungsbeitragsberechnungen machen deutlich, dass in sehr fabrikfernen Gebieten unter den neuen Vertragskonditionen bei Durchschnittserträgen kein wirtschaftlicher Zuckerrübenanbau für die Fabrik Könnern mehr möglich ist. Die Region des ehemaligen Anbauerverbandes Nauen zum Beispiel ist vom Verarbeitungsstandort im sachsen-anhaltischen Salzlandkreis ca. 150 km entfernt. Von hier gingen zuletzt rund 30 000 t Zuckerrüben nach Könnern, 2017 könnte es etwa das Doppelte sein, sagte der Regionalleiter Landwirtschaft des Werkes, Franz Michiels-Corsten, auf Nachfrage der BauernZeitung.


Noch weitaus schwieriger dürfte es für die Rübenanbauer im Oderbruch werden. Ihre Region ist je nach Betriebs­standort 220 bis 270 km von der Fabrik entfernt. Zwar ist der Wunsch, weiterhin Rüben anzubauen, bei den Betrieben vorhanden. Angesichts von Transportkostenbeteiligungen zwischen gut 11 bis fast 14 €/t Rüben bleiben bei 65 t/ha Rübenertrag und 18,5 % Zucker vom Rübenbruttoerlös von rund 33,50 €/t nach Abzug der Kosten für Transport, Laden/Reinigen und Mietenschutz netto noch knapp 20 bis 22 €/t Rüben über. Damit rechnet sich der Anbau nicht mehr.


Auf einer Winterversammlung am 22. März in 15377 Bollersdorf Pritzhagen, Lindenstraße 14, Pension Gasthof „Pritzhagener Heide“ wird es um die Auswertung der vorjährigen Kampagne im Werk Könnern, aber auch um die Zukunft des Rübenanbaus in den märkischen Regionen ab Herbst 2017 unter den veränderten Rahmenbedingungen nach dem Ende der Zuckerquote gehen.

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