Wolfswache im Unterspreewald

17.02.2017

Aktion als Hilferuf: Die mehr als 60 Teilnehmer der Mahnwache in Neuendorf am See erwarten ein klares Signal der Landesregierung, um die Wolfsübergriffe zu stoppen. Gerissen wurde auch diese einjährige Färse (kleines Bild oben rechts).

Dutzende Landwirte und ­Einwohner aus  Neuendorf am See sowie aus den um­liegenden Orten versammelten sich am Lagerfeuer von Biolandwirt Jörg Dommel. Der Bauernbund Brandenburg veranstaltete hier erneut eine Wolfs­wache. In den vergangenen sechs Monaten hatte der graue Räuber allein in diesem Bereich fünf Jung­rinder gerissen, vor wenigen ­Tagen erst eine einjährige Färse. „Es kann so nicht mehr weiter­gehen“, betonte Frank Michelchen, ebenfalls  Biobauer und von Wolfsrissen betroffener Weidetierhalter. „Wir können gar nicht so viel Zäune bauen, um ­unsere Tiere zu schützen. Das geht über unsere Kräfte und bringt doch nichts. Deshalb erwarten wir, dass die Landesregierung auf unsere Forderung eingeht: Wölfe, die sich auf  1 000 Meter Siedlungen oder Weidetieren nähern, sind sofort vom Revierjäger zu erschießen!“


Denn sonst bedeutete dies das Aus für die Weidehaltung im Unterspreewald, insbesondere für die Ökobetriebe, die ihren  Vierbeinern natürlichen Auslauf sichern möchten und sie das ganze Jahr artgerecht auf der Weide halten, so Michelchen.


Unter den zahlreichen Teilnehmern der Mahnwache war auch Tierfotograf Jens-Werner Dettmann aus dem Oderbruch, der sich auf die Aufnahme  von Bodenbrütern spezialisiert hat. Sein Kommentar: „Wenn die Weidewirtschaft in der Region zurückgeht, wird es auch weniger Bodenbrüter geben! Das kann doch keiner wollen!“


Die Aktion, vom Veranstalter als deutlicher Hilferuf an die Landesregierung bezeichnet, ließ an Aktualität nichts offen: Noch am selben Tag kam es in einem Damwildgehege bei Duben/Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald zu einem weiteren Wolfsübergriff. Diesmal   wurden gleich vier Tiere gerissen.

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