Wolfsriss bei Ruhland

10.05.2017

© Rudolf Kupfer

Der Anzeigepflicht nachzukommen war für Thomas Meyer nicht einfach.

Der Schreck sitzt bei Lutz Schwarze von der Mutterkuh- und Schweinezucht GmbH in Peickwitz noch tief. Der Verantwortliche für die Betreuung einer Mutterkuhherde auf den Buschwiesen in der Flur von Ruhland konnte in den Morgenstunden des 26. April zunächst den erwarteten Zugang eines Kalbes nicht finden. Nach längerem intensiven Suchen machte er eine grausige Entdeckung. Im angrenzenden Wald an den Weideflächen hinter dem Weidezaun fand er das bereits zu großen Teilen aufgefressene neugeborene Tier. Es lag gut versteckt im Gebüsch. Was er zunächst vermutete, bestätigte sich am späten Nachmittag nach der Begutachtung durch einen Wolfsexperten. Die streng geschützten Raubtiere hatten zugeschlagen. Nach Meinung des Fachmannes waren es mehrere Wölfe, die hier ihre Spuren hinterlassen haben.


Zunächst hatte der Geschäftsführer von der Mutterkuh- und Schweinezucht GmbH, Thomas Meyer, große Mühe, der vorgeschriebenen Anzeigepflicht nachzukommen. Alle zuständigen Experten waren zeitgleich am 26. April zum 4. Wolfsplenum in Potsdam und deshalb nicht erreichbar. Der Schadensausgleich erfolgt aber nur auf Grundlage eines entsprechenden Gutachtens. „Obwohl wir wissen, dass der Wolf in unserer Region wieder heimisch geworden ist, war das der erste Riss in unserem Betrieb,“ so der Geschäftsführer. Wie er betont, sorgt hier der Wolf schon seit Längerem für eine Beunruhigung der Weidetiere. „Im Vorjahr hatten wir große Mühe, eine Herde Jungrinder, die aus diesem Grunde nach unserer Einschätzung von der Weide ausgebrochen war, wieder einzufangen.“  Sie hatten Zuflucht in den Weiten der Fluren von Grünewald, Hohenbocka und Guteborn gesucht.


Die 120 ha große Buschwiese in der Ruhlander Flur wird seit Jahrzehnten mit gutem Erfolg als Mähweide genutzt und bietet für die Rinder beste Haltungsbedingungen. In direkter Nachbarschaft zur Ruhlander Heide ist der Wolf eine Gefahr für diese Bewirtschaftungsform geworden. Es ist notwendig, hier gemeinsam mit allen Betroffenen nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen, so die Forderung der Landwirte aus Peickwitz.

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