Wolfspopulation: Management hinkt hinterher

08.09.2017

© Sabine Rübensaat

Mittlerweile wurden in Brandenburg 22 Wolfsrudel registriert, was etwa der Hälfte des Vorkommens deutschlandweit entspricht. Der jährliche Zuwachs von etwa 30 % und die damit verbundenen Übergriffe stellen die Weidetierhalter vor immer größere Probleme.

Die Weidetierhalter in Brandenburg haben aufgrund vermehrter Übergriffe von Wölfen Angst um ihre Schafe, Rinder oder Pferde. Die rasante Entwicklung der Wolfspopulation mit einem jährlichen Zuwachs von etwa 30 % und die damit zunehmenden Schäden stellen immer mehr Tierhalter vor echte, teilweise unlösbare Probleme. Das bisherige Wolfsmanagement wurde in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut.


Die Erfahrungen, die er als Mutterkuhhalter und Wolfsbeauftragter des Landesbauernverbandes Brandenburg bislang gemacht hat, fasst Jens Schreinicke wie folgt zusammen:


„Offensichtlich hinken Verwaltung und Managementpläne der rasanten Bestandsentwicklung des Wolfes hinterher. Besonders der zu hinterfragende sehr hohe Schutzstatus des Wolfes stellt eine unüberwindbare Hürde für die Organisation eines Zusammenlebens von Weidetierhaltung und Wolf in unserer Kulturlandschaft dar. Trotz sehr aufwendiger und teurer Herdenschutzmaßnahmen nimmt die Zahl der gerissenen Weidetiere ständig zu.“ Die betroffenen Tierhalter können nicht weitere Monate auf einen neuen Wolfsmanagementplan und Lösungen warten. Die Entwicklung der Schäden erfordert sofortiges Handeln.


Die Erwartungen von Landesbauernpräsident Henrik Wendorff an die Weiterentwicklung des Wolfsmanagements sind klar: „Nur wenn es praxistaugliche und unbürokratische Regelungen zum Schutz der Weidetiere gibt, kann die Akzeptanz für den Wolf im ländlichen Raum geschaffen werden. Hierbei müssen der umfassende Ausgleich aller wolfsbedingten Schäden und Mehraufwendungen für Herdenschutz sowie ein zügiges Handeln bei Problemwölfen bis hin zum Abschuss so schnell wie möglich sichergestellt werden.“

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