Wildschäden: Bewertung per Computer

09.12.2016

Baumschäden durch Wild © Sabine Rübensaat

Jäger und Waldbesitzer verständigen sich nach schwierigen Verhandlungen auf ein einheitliches Verfahren zur Bewertung von Wildschäden im Wald. Der Wildschadensfall und seine monetäre Bewertung sind dabei nur die letzte aller Möglichkeiten. Am 23. November wurde  der errungene Kompromiss in Eberswalde der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dabei: Jörg Vogelsänger, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft; Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg e. V. (LJVB), sowie Martin Hasselbach, Vorsitzender des Forstausschusses bei der Obersten Forstbehörde.

 

Fairer Ausgleich


Dabei wurde das gemeinsame Ziel betont, die von jagdbaren Tieren verursachten Schäden am Wald auf ein wirtschaftlich tragbares Maß zu begrenzen. Der Wildschadensfall und seine monetäre Bewertung soll dabei nur die letzte aller Möglichkeiten des Zusammenwirkens zwischen Waldeigentümern und Jagdausübungsberechtigten sein. Deshalb sind den Bewertungsgrundlagen Empfehlungen zur Wildschadensverhütung vorangestellt. Die vorliegende Aufnahme- und Durchführungsanleitung ermöglicht sowohl einen fairen Ausgleich der Betroffenen im Schadensfall als auch eine gemeinsame Strategie zur Vermeidung zukünftiger Schäden.

 

Besser vermeiden


Auf der Internetseite des Landesbetriebes Forst gibt es eine spezielle Übersicht zur Wildschadensbewertung. Hier kann man die Zahl der geschädigten Bäume oder die Fläche mit Schäden eingeben, detailliert  nach Baumart, Größe und Anteil der geschädigten Fläche und Standzeit der Pflanzen sowie Verbiss- und Schälschäden. Berücksichtigt werden die jeweilige Baumart und deren Alter. Per Computer wird dann errechnet, wie hoch der entstandene Schaden ist.  Grundlage dafür sind Konventionen des Deutschen Forstwirtschaftsrates aus dem Jahre 2013.


Das Bundesjagdgesetz nimmt den Jagdausübungsberechtigten eindeutig in die Pflicht: Wildschaden ist möglichst zu vermeiden. Die Grundeigentümer haben allerdings auch eine Mitwirkungspflicht, die sich aus der Sozialpflichtigkeit des Eigentums ergibt. Schäden durch Wildeinfluss sind folglich in einem gewissen Umfang durch den Eigentümer entschädigungslos hinzunehmen. Das Maß dieses Umfangs bestimmt sich nach Lage und Beschaffenheit des Grundstücks sowie seiner Einbettung in die Landschaft und Natur.


„Mit dem erzielten Kompromiss ist es uns gelungen, eine einfache, nachvollziehbare und im Aufwand vertretbare Bewertung von Wildschäden im Wald zu erreichen. Besonders wichtig sind mir die alternativen Methoden zur Wildschadensvermeidung, die wir in das Papier hineinverhandelt haben. Ich denke dabei an die Entwicklung von Wildruhezonen, der Bereitstellung von Äsungs- oder Prossholzflächen sowie der Einrichtung von Bejagungsschwerpunkten. Wir stehen für eine nachhaltige Jagd in Brandenburg. Die ist nur möglich, wenn Jagdausübungsberechtigte und Grundeigentümer zur Verständigung bereit sind. Die vorliegende Einigung versprüht diesen positiven Geist.“, so Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des LJVB.


Der Wildverbiss ist ein großes Problem in den hiesigen Wäldern. Schätzungen des Agrar- und Forstministeriums zufolge sind rund zwei Drittel der Eichen und ein Drittel der Buchen betroffen, bei Kiefern ist es rund die Hälfte.

 

Weitere ­Infor­ma­­tionen: www.brandenburg-forst.de/wildschadensbewertung

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