Wiederholt Wolfsrisse in der Prignitz

16.08.2018

© Sabine Rübensaat

Nach wiederholten Wolfsübergriffen innerhalb weniger Tage auf die vorschriftsmäßig durch Elektronetze und zertifizierte Herdenschutzhunde gesicherte Schafherde von Schäfermeister Marc Mennle fordert der Landesbauernverband Brandenburg ein unverzügliches Handeln des zuständigen Landesamtes für Umwelt. „Dies kann im vorliegenden Fall nur die konsequente Anwendung von Paragraph 4 der Brandenburger Wolfsverordnung (Ausnahmen zur Abwendung von Übergriffen auf Nutztiere) bedeuten und die Tötung des betreffenden Wolfsrudels zur Konsequenz haben“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff. 

 

Die aktuellen Risse zeigen deutlich, dass Wölfe bei ihrer Suche nach Nahrung sehr wohl in der Lage sind, die von der Landesregierung vorgeschriebenen Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden, um Nutztiere zu reißen. „Das aktuelle Rissgeschehen ist der letzte Härtetest für die bestehende Wolfsverordnung mit ihren extrem restriktiven Kriterien für eine Wolfsentnahme. Sollte diese wieder nicht möglich sein, müssen wir das Verwaltungspapier als nutzlos und gänzlich gescheitert bewerten“, erklärt Jens Schreinicke, Wolfsbeauftragter des LBV.

 

Der Verband fordert in diesem Zusammenhang auch die längst überfällige Fortschreibung des Wolfsmanagementplans. Dieser muss dringend praxistaugliche Lösungen für die Regulierung der jährlich um cirka 30 % wachsenden Bestände ermöglichen. Auch die Abwicklung der von Wölfen verursachten Schäden ist unbedingt zu verbessern.

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