Weichen sind gestellt

09.03.2015

© Susanne Gade

Angetreten zur Eröffnung: Steffen Müller, Bernd Schäfer, Jörg Vogelsänger, Harald Altekrüger und Heiko Terno (v. l.).

Am vergangenen Wochenende erfolgte die offizielle Eröffnungsfeier des neuen Milchviehstalls mit angeschlossenem Melkzentrum der Gahryer Agrargenossenschaft. Mit dem Neubau hat der Vorstand um Geschäftsführer Bernd Schäfer die Weichen gestellt, um die 35 Arbeitsplätze im Betrieb auch nach dem Auslaufen der Milchquote ab dem 1. April nachhaltig zu sichern. Der Wegfall der Milchquote ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Marktexperten sagen allerdings ein Wachstum der Milchbranche bis 2020/2025 voraus. Darauf verwies Agrarminister Jörg Vogelsänger. „Die Gahryer zeigen, dass sie mit großer Verantwortung und Tierliebe Qualitätsmilch erzeugen. Zugleich geht es darum, die Gesundheit, Langlebigkeit und Leistung ihrer Tiere zu verbessern.“

Das Gesamtvolumen für die Investitionen betrug 2,3 Millionen Euro. Aus der Investitions-richtlinie des Landwirtschaftsministeriums konnten 563 000 Euro bereitgestellt werden. Der neue Milchviehstall für 335 Kühe und das 40er Außenmelkkarussell wurden von Mai 2014 bis Februar 2015 errichtet. Zudem wurde am 24. Juni vergangenen Jahres eine 250-Kilowatt-Biogasanlage auf Güllebasis und Stalldung in Betrieb genommen. Die Biogasanlage heizt das neue Melkhaus, die Werkstätten und die Verwaltung. Der Strom wird ins Netz eingespeist.

Die Gebäude wurden nach den modernsten Gesichts-punkten des Tierwohls errichtet. Durch die Optimierung der Haltungsbedingungen können sich die Tiere freier bewegen. So hat jede Kuh im neuen Stall eine Aktionsfläche von acht Quadratmetern zur Verfügung, Kalk-Strohmatratzen sorgen für einen hohen Liegekomfort. Die automatische Lüftungssteuerung gewährleistet stets ein gutes Klima. Hinzu kommt der ständige Zugang zu Futter und Wasser und zu den automatisch anlaufenden Kuhbürsten, von denen je zwei für jede Gruppe  zur Verfügung stehen.

Als eine der größten Arbeitgeberinnen der unmittelbaren Region fühlte sich die Genossenschaft verpflichtet, die Fachkräfte im Betrieb zu halten. Die Gahryer entschieden sich auch deshalb gegen das automatische Melken mit Robotern. Im neuen Melkkarussell werden die Kühe schonend und effizient gemolken, weil durch einen Hubboden die Arbeitshöhe der Körpergröße angepasst werden kann. Die Kühe stehen auf Gummifußboden. Die First- und Seitenlüftung sowie ein Großraumlüfter im Vorwartehof sorgen ständig für die Frischluft. Weiße Jalousien, große Fensterflächen und eine gute Beleuchtung sichern jederzeit angenehme Helligkeit. Bei hohen Temperaturen sorgt eine leichte Beregnung im Vorwartehof für Abkühlung und angenehmes Klima.

Die Agrargenossenschaft Gahry eG verfügt über 24 Mitglieder. Zum Betrieb gehören2 440 Hektar, davon 1 946 Hektar Acker, 350 Hektar Grünland und 110 Hektar Wald. Insgesamt werden 1 100 Rinder gehalten, davon 600 Kühe. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Milchleistung je Kuh von   9 530 Kilogramm gehören die Bauern aus Spree-Neiße zu den Spitzenbetrieben im Land, informierte das Agrarministerium.

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