Waldzustand: Monitoring statt Entwarnung

19.12.2016

© Sabine Rübensaat

Trotz des trockenen Frühjahrs 2016 und der Hitzewellen des Sommers 2015 sind Brandenburgs Wälder vital. Aber es kommt in­folge der Klimaerwärmung im-
mer öfter zu großflächigen Schad-ereignissen. „Spätfolgen für den Wald sind dabei nicht ausgeschlossen!“  Dies betonte Minister Jörg Vogelsänger bei der Vorstellung des aktuellen Waldzustandsberichts. Danach weisen gegenwärtig neun Prozent der Waldfläche deutliche Schäden auf, über 90 % der Waldfläche Brandenburgs bleiben ohne deutliche Schäden. Damit gibt es gegenüber dem letzten Jahr keine Veränderungen.


Während die Kiefer ihren Kronenzustand weiter verbessern konnte, setzte sich die noch im Vorjahr beobachtete Regeneration der Laubbäume 2016 nicht fort. Das lag an der trocken-heißen Witterung des Vorjahres und der starken Samenbildung bei Buchen und Eichen in diesem Jahr. Trotzdem bleiben die Buchen zu über 50 % ohne Schäden.

 

Kaum Winterruhe


Der Zustand der Eichen hat sich gegenüber dem Vorjahr trotz Trockenstressbelastung nicht verschlechtert. Mit 20 % deutlichen Schäden liegt ihr Kronenzustand auf ähnlichem Niveau wie bei den anderen Laubbäumen. Die sehr milden letzten zwei Winter ließen der Pflanzenwelt kaum Zeit zur Winterruhe. Das Frühjahr und auch die Monate August und September waren in diesem Jahr zu trocken. Der kontinuierliche Anstieg der Lufttemperaturen im 30-jährigen Mittel in der Vegetationszeit setzte sich auch in diesem Jahr fort. Diesen Bedingungen konnten sich die Waldbäume unter anderem durch eine reduzierte Blattmasse anpassen. Allerdings wurde bei Eiche und anderen Laubbaumarten festgestellt, dass mehr Bäume der Stichprobe als im letzten Jahr abgestorben waren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Anpassung der Wälder an die Klimaveränderung nicht unbegrenzt ist.

 

Insekten profitierten


Offensichtliche Gewinner sind Insekten, die sich bei überdurchschnittlich warmer und trockener Witterung im Frühjahr und Sommer optimal entwickeln können. Dazu gehören der Eichenpro­zessionsspinner, der sich seit Jahren im Land ausbreitet, oder die in diesem Jahr auffällig gewordenen Kiefernbuschhornblattwespen. Die Wälder im Land sind aufgrund der Wuchsbedingungen – wie geringe Niederschläge, arme Sandböden und dem hohem Kiefernanteil – durch Insekten und andere biotische Schaderreger sowie Waldbrand hoch gefährdet. Mit dem Waldschutzmonitoring wird die Ausbreitung und Gefährlichkeit potenzieller Schaderreger überwacht. Über die Erfassung und Auswertung der Daten können zeitnah Prognosen zum Schadensverlauf abgeleitet und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zukünftig wird auch der Aufwand für die Überwachung von Quarantäneschädlingen, die auf dem EU-Index stehen, zunehmen. Hier wollen die Forstleute verhindern, dass sich fremde Arten mit hohem Schadpotenzial im Wald etablieren.

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