Waldbauernschule: 5.000 Besucherin geehrt

06.04.2018

Charlott Meissner © Ralph Schipke

Der Frühjahrslehrgang in der Buckower „Gastgeberei Bellevue“ ist für Charlott Meissner aus Obersdorf eine Premiere. Und hält außerdem für die junge Landwirtin aus einem Agrarbetrieb im benachbarten Müncheberger Ortsteil eine Überraschung bereit: Sie ist die 5.000. Seminarteilnehmerin der Waldbauernschule Brandenburg seit deren Start vor zehn Jahren. Charlott Meissner ist natürlich überrascht und erfreut über Urkunde, Gutschein zur kostenfreien Teilnahme an weiteren Seminaren der Waldbauernschule und drei Setzlinge des Baumes des Jahres 2018. „Eine der Esskasta­nien werden wir definitiv in unserem Wald pflanzen, einen Setzling würde ich gern dem Obersdorfer Kindergarten stiften, und für den dritten finden wir bei uns Zuhause einen guten Platz.“

 

Ein Zufall


Die junge Waldbäuerin ist durch puren Zufall in den Anfängerlehrgang von Kay Hagemann geraten: „Unser Nachbarbetrieb hat uns seine Einladung in den Briefkasten geworfen. Ich arbeite im Landwirtschaftsbetrieb meines Vaters mit. Und da wir auch gut 40 Hektar Wald besitzen und bewirtschaften, erschien mir das sehr interessant. So habe mich zu diesem Grundkurs angemeldet.“


Mit ihrem neuen theoretischen Rüstzeug über Wald, Bäume, Holzgewinnung, Forstwirtschaft, Nachhaltigkeit und Naturkunde könne sie viele Parallelen zur Landwirtschaft ziehen, ist sie sich sicher. Es werde ihr auf jeden Fall helfen, das Thema Waldbewirtschaftung im Familienbetrieb aktiv anzugehen. Besonders interessant zu erfahren war für Charlott Meissner, wie es sich mit den forstwirtschaftlichen und ökologischen Standortbedingungen verhält. „Welche Bäume passen hierher nach Brandenburg? Wie gestalte ich den Anbau? Wie bewirtschafte ich meinen Wald selbstständig?“ Zu ihrem positiven Resümee gehört, dass sie in der Waldbauernschule eine Gruppe Gleichgesinnter und -interessierter kennenlernen konnte.


Die Waldbauernschule und ihre Initiatoren vom Waldbauernverband haben sich die Aus- und Weiterbildung der Waldbesitzer im Land Brandenburg bereits seit 2008 zur Aufgabe gemacht. „Wir möchten insbesondere die kleineren Waldeigentümer emanzipieren, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse professionalisieren und auf diese Weise das Kleineigentum in den brandenburgischen Forsten nachhaltig fördern“, sagt der Vorsitzende des Brandenburger Waldbauernverbandes, Enno Rosenthal, mit Blick auf zehn Jahre aktiver Bildungsarbeit des gemeinnützigen Vereins.

 

Schulungen vor Ort


Die Waldbauernschule organisierte seit 2008 über 350 Schulungen für Waldbesitzer, die jeweils im Frühjahr und im Herbst im gesamten Land – inzwischen an über 20 Orten – abgehalten werden. Zu den Schwerpunkten zählen neben forstlichen Themen, Naturschutz, Betriebswirtschaft und ebenso juristische und steuerrechtliche Fragen der Waldbewirtschaftung. Theorie und Praxis werden durch erfahrene Dozenten aufbereitet. Das Fortbildungsangebot reicht vom klassischen Waldbauseminar über Neuigkeiten zu unterschiedlichen Holzernteverfahren bis zur erfolgreichen Holzvermarktung oder waldpädagogischen Aspekten.

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