Wald weiterhin gefährdet

09.01.2018

© Sabine Rübensaat

Forstminister Jörg Vogelsänger hat Daten und Trends aus dem aktuellen Waldzustandsbericht vorgestellt. Die Wälder in Brandenburg zeigen sich danach überwiegend vital. Sie müssen aber zunehmend mit neuen Schad­erregern und Witterungsextremen wie den beiden Herbststürmen „Xavier“ und „Herwart“ fertig werden.  „Wie die Ergebnisse der aktuellen Waldzustandserhebung zeigen, geht es den Bäumen insgesamt gut“, betont Vogelsänger. „Vor allem die überdurchschnittlichen Niederschläge 2017 haben dazu beigetragen. Trotzdem ist die Gefahr für den Wald weiterhin groß. Von der Klimaerwärmung profitieren vor allem Pilze, die immer öfter Schäden verursachen. Auch Witterungsextreme – wie die zwei kurz aufeinander folgenden Herbststürme in diesem Jahr – werden in Zukunft wahrscheinlich häufiger auftreten.“


Gegenwärtig weisen nur neun Prozent der Waldfläche deutliche Schäden auf. 46 % sind ohne Schäden. 45 % sind der Warnstufe (Schadstufe 1) zuzurechnen. Damit gibt es gegenüber 2016 keine Veränderungen, und der Wald wird insgesamt als vital bewertet.  Bei den Baumarten gibt es jedoch Unterschiede. Die Kiefer konnte ihren Kronenzustand weiter verbessern. Der Anteil ohne Schäden ist um drei Prozentpunkte gestiegen. Nur fünf Prozent weisen deutliche Schäden auf. Auch die Vitalität der Buchen hat sich weiter verbessert. 61 % der Buchen sind ohne Schäden, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Nur sechs  Prozent weisen deutliche Schäden auf. Die noch im Vorjahr beobachtete Regeneration der Eichen setzte sich dagegen nicht fort. Nur ein Drittel der Eichen sind ohne Schäden, fünf Prozent weniger als 2016.

 

Neu: Nadelbräune


Insbesondere der Witterungsverlauf wirkt sich schnell und unmittelbar auf den Kronenzustand und damit auf die Vitalität der Bäume aus. Der kontinuierliche Anstieg der Lufttemperatur im 30-jährigen Mittel setzte sich auch in diesem Jahr fort. An den Waldklimastationen in Brandenburg wurde für die Niederschlagshöhe eine steigende Tendenz in den letzten Jahren festgestellt.


Von einem feucht-warmen Klima profitieren vor allem pilzliche Schaderreger. So wurde in diesem Jahr erstmals das großflächige Auftreten der auch Nadelbräune genannten Rotbänderkrankheit im Süden Brandenburgs festgestellt. Der Pilz steht wegen seiner Gefährlichkeit auf dem Index der Quarantäne-Schadorganismen der EU. Auf der Südhalbkugel verursacht der Pilz vor allem an Kiefern erhebliche Schäden. Die Nadeln werden braun und die Bäume können nach mehrjährigem Befall absterben. In Brandenburg kommt die Rotbänderkrankheit gegenwärtig im Wald nur an Schwarz- und Bergkiefern, insbesondere auf den Kippenaufforstungen in Südbrandenburg, vor. Die heimische Kiefer ist bis jetzt nicht betroffen. Da eine Ausbreitung des Schaderregers durch Pilzsporen erfolgt, die durch Wind transportiert werden, sind Maßnahmen zur Eindämmung schwierig. Forstleute und Pflanzenschutzdienst arbeiten hier Hand in Hand, um eine Verbreitung auf andere Baumarten zu verhindern. Zuständig für die Überwachung von sogenannten Quarantäne-Schädlingen ist der Pflanzenschutzdienst. Im Wald ist er dabei auf die Unterstützung der Förster angewiesen.

 

Gezieltes Monitoring


Der Aufwand für die Überwachung wird künftig weiter zunehmen. Forstleute und Pflanzenschützer wollen gemeinsam verhindern, dass sich fremde Arten mit hohem Schadpotenzial im Wald etablieren können. Aufgrund der vorherrschenden Wuchsbedingungen sind die Kiefernwälder in Brandenburg durch Insekten und andere biotische Schaderreger sowie Waldbrand besonders stark gefährdet. Durch ein gezieltes Waldschutzmonitoring wird die Ausbreitung und Gefährlichkeit potenzieller Schaderreger überwacht. Über die Erfassung und Auswertung der Daten können zeitnah Prognosen zum Schadensverlauf abgeleitet und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Moderne Technik hilft dabei. Bereits seit mehreren Jahren werden durch die Forstverwaltung dafür Satellitenbilder eingesetzt. Zukünftig sollen zur Erfassung großflächiger Schadereignisse und zur Überwachung auch Drohnen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus gilt es, eine möglichst große Baumartenvielfalt zu schaffen, die die Wälder fit für den Klimawandel macht.

 

Jede Menge Sturmholz


Neben den pilzlichen Schaderregern hatte der Wald in diesem Jahr unter den Herbststürmen „Xavier“ und „Herwart“ zu leiden. Mehr als eine Million Kubikmeter Sturmholz sind durch umgeworfene und abgeknickte Bäume angefallen. Der finanzielle Wert des geworfenen Holzes beläuft sich auf etwa 42 Millionen Euro. Der überwiegende Teil kann allerdings verwertet werden, sodass die Schadenssumme weitaus geringer ausfällt.


http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.385298.de

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