Vogelgrippe in Nutzviehbestand

18.01.2017

Puten © Sabine Rübensaat

Am 11. Januar ist der Geflügelpesterreger H5N8 in einer Putenhaltung und damit erstmals in einem Nutzviehbestand des Landes nachgewiesen worden. Im Betrieb auf dem Gebiet der Stadt Kyritz, Ostprignitz-Ruppin, waren zunächst erhöhte Tierverluste aufgetreten. Das zuständige Veterinäramt sorgte dafür, dass der Betrieb gesperrt und Proben entnommen wurden. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg wies zunächst das aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N8 nach. Kurz darauf bestätigte das nationale Referenzlabor (Friedrich-Loeffler-Institut), dass es sich um die hochpathogene Variante des Virus handelt. Noch am gleichen Tag wurden die rund 11 000 Tiere getötet und unschädlich beseitigt.


Die Ursache für die Infektion ist bislang noch unklar, bestätigte Amtstierärztin Simone Heiland. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren weiter.“ Das Veterinäramt des Landkreises wird vom Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes unterstützt.  Zu den sofort eingeleiteten Maßnahmen gehörte die Einrichtung eines Sperrbezirkes und eines Beobachtungsgebietes im Radius von drei beziehungsweise zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand. Die genauen Grenzen wurden durch das Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft des Landeskreises Ostprignitz-Ruppin festgelegt und mittels einer Tierseuchenallgemeinverfügung veröffentlicht.


Für Geflügelhaltungen in diesen Bereichen gelten Beschränkungen, so etwa das Verbot für das Verbringen von Geflügel und bestimmter tierischer Erzeugnisse. Damit wurden die betroffenen Geflügelhalter über alle erforderlichen Maßnahmen informiert.


Wie das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz mitteilt, hat der Landestierarzt das Krisenzentrum des Landes aktiviert, um die Maßnahmen der Seuchenbekämpfung auf Landesebene zu koordinieren. Zwischen dem Landkreis und dem Landeskrisenzentrum bestehe eine enge Zusammenarbeit und ein ständiger Informationsaustausch. Wichtig war es nach Einschätzung von Amtstierärztin Simone Heiland, rechtzeitig die Betriebe auf ihre Pflichten in solch einer Situation hingewiesen zu haben. „Sie müssen wissen, was im Seuchenfall zu tun ist und wer die Ansprechpartner sind. Als Amt haben wir das rasche Vorgehen beim Töten und unschädlichen Beseitigen der Tiere unterstützt. Es ist alles sehr schnell gegangen und sehr professionell abgelaufen.“

 

Entschädigung raschbeantragen


Der nächste Schritt für den betroffenen Betrieb besteht darin, einen Antrag auf Entschädigung bei der Tierseuchenkasse des Landes zu stellen. Dazu deren Leiterin Dr. Ingrid Schütze: „Der Antrag sollte bei allem Verständnis für die Sorgen der Tierhalter möglichst rasch erfolgen, damit wir ihn umgehend prüfen und eine Entschädigung gewähren können, wenn die Voraussetzungen gemäß Tiergesundheitsgesetz gegeben sind.“ Dazu gehört, dass das Unternehmen bei der Tierseuchenkasse offiziell registriert ist,  den exakten Tierbestand angegeben und die Gebühr dafür fristgerecht bezahlt hat.  


Für alle Geflügelhaltungen im Land gelten weiterhin jene Biosicherheitsmaßnahmen aufgrund einer Eilverordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (siehe Kasten). Sowohl die gewerblichen als auch die Hobbyhalter sind gut beraten, sich daran zu halten und die Stallpflicht konsequent durchzusetzen.

 

 

 

Was unbedingt zu beachten ist
Die Ein- und Ausgänge zu den Ställen sind gegen unbefugten Zutritt zu sichern.
Die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels dürfen von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden.
Die verwendete Schutzkleidung ist nach Verlassen des Stalls unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren oder unschädlich zu beseitigen.
Eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe ist vorzuhalten.

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