Vereinigte Hagelversicherung

07.12.2017

© Vereinigte Hagel

Ein eigenes Bild vom Schadensausmaß machte sich Bezirksdirektor Dr. Hendrik Garvert, hier mit den Sachverständigen Siegfried Keil (l.) und Dieter Wrede (r.). Zum Einsatz kommt die digitale Schadenregulierung mithilfe des Tablets. In Königshorst (rechtes kleines Bild) standen großflächig Getreideschläge unter Wasser.

Die Vereinigte Hagelversicherung hat in diesem Jahr die schwersten Schäden seit zehn Jahren zu verkraften. Die gesamte vorläufige Entschädigungsleistung im In- und Ausland beläuft sich auf rund 176 Mio. € und übersteigt damit das Prämienaufkommen von 161 Mio. €. Zur Schadensdeckung stehen jedoch ausreichend Mittel aus der Schwankungsrückstellung der letzten Jahre zur Verfügung. Darauf wurde während der Versammlungen der Bezirksdirektion Berlin am 28. November in Falkenrehde, ­Havelland, und am 29. November in Altlandsberg, Märkisch-Oderland, verwiesen.


„Die Schadenquote 2017 beträgt in Brandenburg 118 %. Das bedeutet eine Entschädigung in Höhe von 4,2 Millionen Euro. Damit war 2017 in Brandenburg ein Überschadenjahr zu verzeichnen, nachdem die letzten drei Jahre sehr moderate Schadenquoten aufwiesen“, erklärte Bezirks­direktor Hendrik Gravert. Am stärksten getroffen hat es die Landkreise Prignitz (Schadenquote von 788 %), Brandenburg an der Havel (406 %), Ostprignitz-Ruppin (236 %) und Oberspreewald-Lausitz (147 %).


Insgesamt gab es 2017 in Brandenburg 25 Schadentage. Der schwerste Schadentag war am 7. Juli in der Prignitz, zu massiven Ausfällen kam es außerdem am  22. Juni und  5. Oktober (Sturm in Sonnenblumen und Mais) sowie am 18. August. Zugleich verursachte Starkregen große Schäden im Havelland. Bei der Schadenregulierung hat sich die Drohnentechnologie bewährt, um die geschädigten Flächen im Mais zu erkennen und auszumessen.


Die höchste Schadenquote weist in Brandenburg das Kernobst (295 %) auf, dahinter folgen der Mais (276 %), das Getreide (129 %) und die Ölfrüchte (83 %). Die geschädigte Fläche insgesamt beträgt 19 300 ha. Dr. Gravert: „Unseren Schätzern sind wir dieses Jahr besonders dankbar, da es nicht nur sehr viele Schadentage gab, sondern die Saison durch die deutschlandweiten Sturmschäden im Mais besonders lang war. Zusätzlich erforderten die Starkregenschäden deutlich mehr Besichtigungstermine, da sich die Erntetermine immer wieder verschoben haben.“


Einige der brandenburgischen Schätzer waren auch zur Verstärkung in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Einsatz, um die großflächigen Sturmschäden zeitnah zu regulieren. Die Anzahl der aktiven Schätzer in der ­Bezirksdirektion Berlin beläuft sich auf 150.


Die Bezirksdirektion Berlin versichert mittlerweile 1,015 Mio. ha. und hatte 2017 einen Zuwachs von knapp 11 000 ha. Die Hek­t­arwerte belaufen sich im Schnitt auf 1 295 € und sind gegenüber dem Vorjahr um 0,36 % angestiegen.

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