Unbeirrt trotz Gegenwind

26.06.2015

© Marcus Gansewig

Erfolgreiche Züchter: Geehrt wurden auf der Jubiläumsveranstaltung Detlef May (für die LVAT Groß Kreutz), André Wildt, Ronald Rocher, Knut Kucznik und Jürgen Körner (v. l.) sowie Helmut Biermann und Andreas Hauswald (nicht auf dem Bild). Rechts Dr. Jürgen Trilk, hinten links Dr. Hans-Jörg Rösler.

Das Jahr 2015 ist das Jahr der Jubiläen in Ostdeutschland und spiegelt damit die ereignisreiche Nachwendezeit in den neuen Bundesländern wider. Länder, Verbände, Vereine blicken in zahlreichen Festakten auf die ersten 25 Jahre ihres Bestehens zurück. Da macht der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e. V. keine Ausnahme, auch wenn es sicher kaum einen Verband gibt, in dem die Mitgliedschaft so heterogen ist wie bei ihm. „Wir haben Rentner mit einer Ehrenmitgliedschaft, Hobbyhalter mit zwei, drei Tieren und Züchter mit großen Herden“, umreißt Karsten Günther vom Schafzucht-Verbandsbüro die Bandbreite, die sich zudem noch in Schaf- und Ziegenzüchter aufteilt.


Doch trotz der Heterogenität, oder womöglich auch gerade wegen ihr, waren die mehr als 70 Anwesenden bei der Jubiläumsveranstaltung am vergangenen Sonnabend im Paarener MAFZ mehr als zufrieden mit ihrem Verband. Denn nicht nur bei der Mitgliederzahl hat der Verband deutlich zugelegt und liegt derzeit bei mehr als 300, sondern auch bei der Rassenzahl der Schafzuchten. Begannen die Züchter in Berlin und Brandenburg 1990 mit acht Rassen, sind es derzeit 33 Schafrassen, die im Herdbuchbestand vertreten sind. Bei den Ziegen vermeldete Zuchtleiter Dr. Hans-Jörg Rösler ähnlich positive Zahlen.  Ebenso stolz verwies Rösler auf die 42 Brandenburger Preisträger bei bundesweiten Zuchtveranstaltungen im vergangenen Jahr. „Damit sind wir einer der erfolgreichsten Verbände.“


Das kommt nicht von ungefähr. Denn um die züchterische Qualität auf ein hohes Niveau zu führen, bedarf es auch entsprechender Rahmenbedingungen. Diese für seine Züchter einzufordern und zu sichern ist das zweite große Arbeitsfeld des Verbandes, das den Mitgliedern oftmals mehr Kopfzerbrechen bereitet als ihre Herden, wie der Verbandsvorsitzende Knut Kucz­nik zugab. Zuletzt habe es zwar viel Gegenwind gegeben, so Kucznik, aber auch einige Erfolge. So bestätigte die Brandenburger Politik den Großvieheinheitsschlüssel für Schafzüchter bei 0,3, statt ihn, wie anfangs geplant, auf 0,5 zu erhöhen. Dar­über hinaus wurden Deiche und Heiden betriebsprämienfähig. „Das sind wichtige Erfolge“, so Kucznik, der diese größtenteils auf das große Engagement des Verbands und seiner Mitglieder zurückführte. „Wenn man etwas kriegen möchte, muss man es auch fordern“, so die Leitlinie Kuczniks, an der er sich auch in den nächsten Jahren messen lassen möchte.


Aufgaben sind genügend vorhanden, wie auf der Jubiläumsveranstaltung deutlich wurde. „Kurzfristig heißt es, dranzubleiben bei der Umsetzung der Ersten und Zweiten Säule sowie bei der Regelung der Deichpflege“, so Günther. „Langfristig müssen wir unser Zuchtwartsystem verbessern.“ Doch das konnte am Sonnabend nach der offiziellen Mitgliederversammlung, bei der in Reinhard Brehe das eine zur Wahl stehende Vorstandsmitglied mit großer Mehrheit im Amt bestätigt wurde, warten. Schließlich galt es die gemeinsamen und erfolgreichen ersten 25 Jahre des Schafzuchtverbandes gebührend zu feiern. Auch das gelang den Züchtern.

 

Auf einen Blick
Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e. V. wurde am 14. Mai 1990 beim Kreisgericht Potsdam unter dem Namen Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e. V. ins Vereinsregister eingetragen. Rasch entwickelte sich der Verband zu der märkischen Interessenvertretung der Ziegen- und Schafzüchter. Aus den anfänglich neun Mitgliedern wurden bald mehr als 60. Seit 1999 liegt die Mitgliederzahl konstant über der 300er-Marke. Aktuell vertritt der Verband 315 Mitglieder.

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