Treffen der Sattelschweinzüchter

04.07.2016

Sattelschweine © Ingrid Wicke

Die Sattelschweinzucht in Deutschland hat weiter zugelegt. Von 2006 bis 2015 stiegen die Herdbuchbestände auf das Achtfache. Im vergangenen Jahr wurden 55 Eber und 225 Sauen ab erstem Wurf von 75 Züchtern betreut, die vor allem in den ostdeutschen Bundesländern und hier besonders in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu finden sind. Drei Viertel von ihnen betreiben Reinzucht. Die Vermarktung des von Feinschmeckern geschätzten Fleischs erfolgt zumeist über Hofläden, Gaststätten und Lieferservice. Denn um die vom Aussterben bedrohte Rasse zu erhalten, bedarf es eines funktionierenden Absatzmarktes.


Darauf wurde beim jüngsten Treffen der Sattelschweinzüchter verwiesen, die sich zum Erfahrungsaustausch am 10. Juni in Tieckow, Landkreis Potsdam-Mittelmark, trafen.  Eingeladen hatte der Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost e. V. Gastgeber war Hobbyzüchter Lars Tiedemann, der seine Sattelschweine, darunter zwei Herdbucheber, im Freiland hält. Die Betriebsbesichtigung, der sich eine Wanderung zur Schweineweide anschloss, bot viel Gelegenheit zum Fachsimpeln. Zugleich gab es Produkte zu verkosten, darunter Sattelschweinbraten aus dem Backofen.

 

Robust und mütterlich


Wie Fachberaterin Dr. Ingrid Wicke beim Treffen deutlich machte, kümmert sich der Hybridschweinezuchtverband weiter intensiv um die züchterische Betreuung. „Die Führung des Sauenplaners für jeden Betrieb gehört ebenso dazu wie die Herdbuchführung und Zuchtwertschätzung.“ Wicke appellierte an die Züchter, aktiv beim Erfassen der Daten für die Herdbuchführung mitzuwirken. Unbedingt zeitnah gemeldet werden sollten die Abgänge von Zuchttieren mit Datum und Ursache. Zugleich gilt es über Zuchttierverkäufe und die Würfe von Herdbuchsauen, auch bei Mastanpaarungen, zu informieren. Außerdem sind Jungeber und Jung­sauen mit einem Alter von 180 bis 220 Lebenstagen zur Eigenleistungsprüfung anzumelden. Aktuell stehen hier bei Jungsauen und Jungebern Lebenstagszunahmen von 512 beziehungsweise 500 Gramm und ein Muskelfleischanteil von 51,4 beziehungsweise 53,8 % zu Buche.


Bei der Zucht  gilt es weiterhin, großes Augenmerk auf solch rassetypische Eigenschaften wie Mütterlichkeit, Robustheit und Fruchtbarkeit zu legen. Inzucht gilt es zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die Fleischqualität erhalten bleibt. Gefragt sind Spezialprodukte, wie sie beispielsweise von den Braunsberger Höfen entwickelt wurden. Als weiteren Schwerpunkt bezeichnete die Fachberaterin eine intensive Öffentlichkeitsarbeit.  

 

Jede Menge Zugriffe


Die Teilnahme an Messen und Ausstellungen gehöre ebenso dazu wie Beiträge für die Fachpresse und das Internet. Immerhin werden auf der Seite www.sattelschweineber.de jährlich über 20 000 Zugriffe registriert, unter www.deutsches-sattelschwein.de sogar über 38 000.


Beim Treffen in Tieckow ging es zugleich um die Fördermaßnahmen der einzelnen Bundesländer zur Erhaltungszucht bei Schweinen. Die Haltungsprämien fallen unterschiedlich aus, Während in Brandenburg 260 Euro je Großvieheinheit (1 Zuchtschwein entspricht 0,3 GVE) gewährt werden, sind es in Sachsen 200 Euro pro Eber und 100 Euro je Sau. In Mecklenburg-Vorpommern werden 150 Euro (Eber) bzw. 75 Euro (Sau) gezahlt. Voraussetzung ist in jedem Falle, dass die für die Förderung beantragten Tiere in einem Zuchtbuch eingetragen sind, das von einer anerkannten Zuchtorganisation geführt wird.  


Es lohnt sich, so das Resümee des Treffens, weitere Anstrengungen für die Erhaltung einer alten Rasse zu unternehmen. Bei der Vermarktung ist so mancher Züchter auf gutem Weg.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr