Spargelsaison eröffnet

21.04.2017

© Wolfgang Herklotz

Erste Amtshandlung von Spargel­königin Nicole Hahn, hier mit Beelitzer Frauen in der traditionellen Kleidung der Spargelstecherinnen.

Seit Ende März schon wird rund um Beelitz, aber auch an anderen Standorten im Land Spargel gestochen. Das milde Wetter und der Einsatz von Folie machen es möglich, das edle Gemüse in diesem Jahr schon so früh zu ernten. Am Dienstag vergangener Woche ist die Saison nun auch protokollarisch eröffnet worden. Agrarminister Jörg Vogelsänger besuchte gemeinsam mit Bildungsminister Günter Baaske und Landrat Wolfgang Blasig den Jakobshof in Beelitz.


Die vom Niederrhein stammenden Brüder Jürgen und Josef Jakobs hatten 1996 in Schäpe sowie 2001 in Beelitz den Betrieb gegründet und bauen inzwischen auf 250 ha Spargel an, Folgekulturen sind Beerenfrüchte. Mehr als die Hälfte des königlichen Gemüses wird über die zwei Hofläden und 50 Verkaufsstände direkt vermarktet. In den vergangenen zwei Wochen konnten bereits 120 Tonnen geerntet werden, berichtete Jürgen Jakob auf der Auftaktveranstaltung des Beelitzer Spargelvereins. Dabei wurde die neue Spargelkönigin vorgestellt. Die aus Thüringen stammende Nicole Hahn, die vor sechs Jahren nach Beelitz zog, wirbt in den kommenden Wochen für die Qualität des Gemüses. „Essen Sie sich fit und gesund bis in den Sommer“, erklärte sie schmunzelnd.  Beim Stechen der Stangen  vollzog sie sozusagen ihre erste Amtshandlung, unterstützt von den Ministern und vom Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth.


Dieser hatte zuvor ein Schild präsentiert, das auf die Beelitzer Spargelstraße aufmerksam macht. Knuth kündigte auch an, dass künftig Hunderte von Obstbäumen geplanzt und Blühstreifen in der Region angelegt werden. Diese Aktion wird von Landwirten unterstützt, die Flächen bereitstellen. In jüngster Zeit war der Folien­einsatz im Spargelanbau kritisiert  worden, weil damit angeblich der Lebensraum für Vögel und Insekten eingeschränkt werde. Agrarminister Vogelsänger verteidigte in Beelitz das Verfahren, weil es nicht nur der Erosion des Ackers vorbeuge. „Durch den Einsatz von Folie ist es möglich, die Saison für den Spargel zu verlängern und die  Erfolgsgeschichte des Beelitzer Spargels fortzusetzen. Denn sie sichert auch, den Mindestlohn für die zahlreichen Saisonkräfte zahlen zu können.“


Überdies bewirkt das Folienmanagement, die Erntesaison zu steuern und den Spargelpflanzen  ausreichend Zeit zum Regenerieren zu ermöglichen. Über einen längeren Zeitraum können Assimilate für die Folgesaison gespeichert werden. Das führt zu vitaleren und gesünderen Pflanzen, was den Einsatz von  Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert. Dies belegen Untersuchungen des Julius-Kühn-Institutes.


Landesweit haben sich mehr als 90 Betriebe dem Spargelanbau verschrieben, der auf einer Fläche von 4 407 ha erfolgt. Aktuell stehen allerdings nur 3 345 ha in Ertrag, informierte das Potsdamer Agrarministerium. Um gute Erträge zu erreichen, werde immer wieder eine Pause eingelegt. Der durchschnittliche Ertrag auf Brandenburgs Spargelfeldern lag im vergangenen Jahr bei 58,5 dt/ha und damit über dem bundesweiten Durchschnitt (53,9 dt/ha). Spitzenreiter hinsichtlich der Anbaufläche  ist seit vielen Jahren der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit dem Bee-litzer Gebiet. Hier wächst der Spargel allein auf rund 1 600 ha. Dies ist nicht  nur historisch bedingt, sondern hat auch mit dem Einsatz moderner Technik in Anbau und Ernte sowie mit Vorteilen bei der Vermarktung im Lebensmitteleinzelhandel zu tun.  Knapp ein Viertel des Spargels wird jedoch direkt ab Hof und von Ständen am Straßenrand verkauft.

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