Soko „Koppel“ spürte Langfinger auf

19.07.2018

Eine Serie von Viehdiebstählen in Brandenburg und Sachsen ist aufgeklärt. Das Polizeipräsidium Brandenburg bestätigte auf Nachfrage der Bauerzeitung, dass zehn durch die Sonderkommission „Koppel“ des Landeskriminalamtes bearbeitete Fälle mit „grenzüberschreitendem Bezug“ in enger Abstimmung mit den polnischen Polizeibehörden einer Tätergruppe zugeordnet werden konnten. Vier der Fälle seien bereits formal abgeschlossen, die restlichen sechs Diebstähle stünden kurz davor, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst.

 

Konkret geht es um neun Viehdiebstähle in Brandenburg, die sich im Jahr 2016 (zwei Fälle) und 2017 (sieben Fälle) ereigneten. Dabei wurden insgesamt 152 Rinder gestohlen. Hinzu kommt ein Fall aus Sachsen mit 44 entwendeten Rindern. Der erste Fall der Diebstahlserien hatte sich im Mai 2016 in Schmerzke, einem Ortsteil von Brandenburg/Havel, ereignet. Der letzte Fall am 7. Oktober 2017, als 56 Kälber aus einem Stall in Baruth/Mark verschwanden. Unter der Überschrift „Viehdiebe schlugen wieder zu“ berichteten wir in Ausgabe 42 darüber. Ebenfalls zu der Viehdiebstahlserie zählen Vorfälle in Staakow am 22. Oktober 2016 mit 33 entwendeten Rindern, in Luckau am 23. Januar 2017 mit 27 Rindern und in Jänschwalde am 18. Februar 2017 mit 30 Rindern. In anderen Fällen waren teils auch deutlich weniger Tiere gestohlen worden.

 

Für den Vorfall in Sachsen – hier waren am 2. März 2017 in Spreetal 44 Tiere gestohlen worden – habe die sechsköpfige Soko „Koppel“ nach Austausch mit den sächsischen Kollegen die Verfahrensführung übernommen, so Polizeisprecher Herbst. Dass der Fall wie vermutet zur Serie der Diebstähle in Brandenburg gehörte, bestätigte sich. Weitere Fälle von Viehdiebstahl, die in Brandenburg registriert wurden, waren nach Auskunft des Sprechers nicht von der Soko bearbeitet worden, weil kein grenzüberschreitender Bezug bestanden habe. So habe sich beispielsweise ein Fall vermeintlichen Diebstahles als Unterschlagung herausgestellt. 

 

Auffällig gewesen sei, dass die Täter offenbar über gute Fachkenntnis verfügten, betont Torsten Herbst. Sie hätten sehr gut die Qualität und den Zustand der Tiere beurteilen können, was an der Auswahl der gestohlenen Tiere offensichtlich wurde. Laut Me­dienberichten wurden teils einzelne kranke oder schwache Tiere zurückgelassen. Auch dass die Täter mit dem Vieh offenbar gut umgehen konnten, was für ein schnelles Verladen und den zügigen Abtransport notwendig war, spricht für vorhandenen Fachverstand. Was mit den gestohlenen Tieren geschah, ist unklar. Ohrmarken seien herausgeschnitten und Tiere möglicherweise dann zur Schlachtung verkauft worden, erklärte der Polizeisprecher. Allerdings spricht der Umstand, dass häufig Kälber und Jungrinder entwendet wurden, nicht unbedingt für diese These.

 

Dass seit einem guten Dreivierteljahr keine weiteren Diebstähle erfolgten, legt die Vermutung nahe, dass die Viehdiebe zuletzt in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren. Zudem haben Betriebe verstärkt in Sicherungstechnik investiert. Nähere Angaben zu den in enger und guter Zusammenarbeit mit den polnischen Polizeibehörden ermittelten Tätern könne man derzeit wegen im Nachbarland noch laufender Ermittlungen nicht machen, so Polizeisprecher Herbst. 

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