Schulgarten: Früh übt sich

10.06.2014

© Veit Rösler

Volle Konzentration beim Pflanzen. Im Hintergrund Kleingärtner Rolf Neustadt, der den Garten unter seine Fittiche genommen hat.

Möhren, Kohlrabi, Zuckererbsen, Petersilie und vor allem Erdbeeren, aber auch Astern und Sonnenblumen gedeihen jetzt gleich hinter dem Kindergarten. Auf Initiative des Hohenleipischer Obst- und Gartenbauvereins bekommen die Kinder der Kita Storchennest und der Goethe-Grundschule in Hohenleipisch im Landkreis Elbe-Elster jetzt einen Schulgarten. Klar, dass die Kleingärtner dabei die Nachwuchsgewinnung im Auge haben. Doch auch für die Knirpse bietet der Garten interessante Abwechslung, und einige haben sich schon gemerkt, wo bald eine leckere Erdbeere hängen wird.

Kleingärtner Rolf Neustadt (61) hat den Garten gleich neben seinem Grundstück unter seine Fittiche genommen. Bei einem Arbeitseinsatz haben die Mitglieder des Obst – und Gartenbauvereins ein 60 Quadratmeter großes Beet mit Rasenkantensteinen angelegt und in kleine Parzellen unterteilt. Gleich daneben gibt es auf einem ebenso großen Acker die Möglichkeit, Kartoffeln zu stecken.

Das Gelände wurde schon vor Jahren durch die Gemeinde von der Kirche gepachtet. Bereits im vorigen Jahr haben die Kinder der Lobenburger Spatzen an anderer Stelle Obstbäume gepflanzt, um an die alte Obstanbautradition von Hohenleipisch zu erinnern. Seitdem kommen die Kinder regelmäßig, um die Bäumchen zu gießen. Dabei hatte die Hohenleipischer Goethe-Schule schon einmal einen Schulgarten, der von Schülern und Lehrern in einem Unterrichtsfach betreut wurde. Großer Nachteil war damals schon die mehrere Kilometer große Entfernung zwischen dem Garten in der Dresdener Straße und der Schule. Nach der Wende 1989 gibt es im Bildungssystem das Fach Schulgarten nicht mehr, und damit weder Lehrer noch Gartengeräte. Nun wird angestrebt, zwischen Obst- und Gartenbau­verein und den Bildungseinrichtungen  einen Kooperationsvertrag abzuschließen. „Wir könnten die Betreuung des Schulgartens im Rahmen unseres Ganztagsangebotes durch eine Arbeitsgemeinschaft übernehmen“, meint Schulleiterin Ines Pätzold (46). Daneben könnte es eine Stunde im Sachkundeunterricht geben. Nicht zuletzt müssen die Fragen der Betreuung der Pflanzen in den Ferienzeiten und die Verwertung der Produkte geklärt werden.

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