Schlamm-Kur

27.08.2015

Spreewald © Sabine Rübensaat

Umweltminister Jörg Vogelsänger hat in der Spreewaldgemeinde Neu Zauche den Startschuss für  die Schlammentnahme am  Peterkanal gegeben. Dieser ist der erste von drei Gewässerabschnitten im Rahmen des Pilotprojektes zur Entschlammung der Spreewaldfließe. Im Spreewald behindern verschlammte Abschnitte in den Fließen zunehmend die Kahnschifffahrt und den Wassersport. Durch Schlammablagerung wird auch der Wasserabfluss bei Hochwasser behindert, sodass es zu Überschwemmungen kommen kann. Die letzten Hochwasser 2010 und 2013 haben zu Umlagerungen des Schlamms geführt und die Probleme noch verschärft. Nachdem seit 2013 die Erhebung der sanierungsbedürftigen Spreewaldfließe vorliegt, werden jetzt in einem Pilotprojekt praktikable und kostenminimierende Verfahrensweisen zur Entnahme und zum Verbringen oder Verwerten des Schlamms, der nach der Brandenburgischen Baggergutrichtlinie zu behandeln ist, erprobt. Die naturschutzrechtlichen sowie bodenschutzrechtlichen Anforderungen sind im Biosphärenreservat Spreewald besonders hoch. In dem Pilotprojekt des Brandenburger Umweltministeriums wird nun  für die ersten drei Fließabschnitte der genehmigungsfähige Handlungsspielraum für die Entnahme, weitere Lagerung, Aufbereitung und Verwertung der Schlämme abgesteckt.


Am Peterkanal wird das Baggergut auf die angrenzenden Forstflächen versprüht. Anschließend erfolgt das Entschlammen und Versprühen am sogenannten Brodg. Beide Abschnitte werden durch den Wasser- und Bodenverband Oberland Calau bearbeitet. Die Maßnahmen am Stadtgraben Lübben (Projektpartner und Umsetzung: Wasser- und Bodenverband Nördlicher Spreewald) werden nach Ende der Kahnfährsaison im Oktober beginnen. Hier sind die Schlämme so belastet, dass sie nicht auf angrenzende Fläche aufgebracht werden können, sondern zunächst in speziellen Schläuchen entwässert und dann entsorgt werden müssen, teilte das Potsdamer Ministerium mit.

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