Schaftag in Groß Kreutz

24.10.2018

© Wolfgang Herklotz

Vor der Abstimmung ging es im Praxisteil um Weidetiersicherheit, die Wasserversorgung auf der Weide und nötige Schritte nach einem vermuteten Wolfsübergriff. Außerdem wurde über Voraussetzungen informiert, um Dürrehilfe beanspruchen zu können.

Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg betreut aktuell 33 Schaf- und acht Ziegenrassen, die im Zuchtprogramm aufgeführt sind. Nachdem auf EU-Ebene eine  neue Tierzuchtgesetzgebung beschlossen wurde, ist nun eine Anpassung der Zuchtprogramme in den Ländern erforderlich. Auf dem Schaftag mit anschließender Mitgliederversammlung in Groß Kreutz wurde darüber beraten. Eine wesentliche Änderung zu bisherigen Zuchtzielen besteht darin, dass mehr rassespezifische Angaben erforderlich sind. Durch eine Arbeitsgruppe der Vereiniung deutscher Landesschafzuchtverbände und des Bundesverbands der Ziegenzüchter wurden Inhalte bestehender Zuchtziele „weitgehend“ übernommen, informierte Zuchtleiter Dr. Hans-Jörg Rösler. „Es war aber erforderlich, Fehler zu korrigieren, Angaben zur Rasseherkunft einzufügen sowie Zuchtprogramme für neue Rassen zu erarbeiten, um zu bundeseinheitlichen Programmen zu kommen.“ 

 

Die Krux für die Mitgliederversammlung bestand darin, über die rund 300 Seiten umfassenden Grundlagen für die Herdbuchzucht, früher Zuchtbuchordnung genannt, abzustimmen. Das schien zunächst kein Problem zu sein, doch beim Zuchtprogramm für die Rasse Skudde  erhitzte sich die Diskussion. Während beim bisherigen Zuchtprogramm darauf verwiesen wird, dass das Vlies dieser Tiere weiß, braun, schwarz oder grau ist, Scheckungen aber unerwünscht sind, heißt es in der neuen Fassung, dass Scheckungen und Zeichnungen auftreten können. Die Farbe werde aber im Zuchtbuch vermerkt. Für Katja Behling, anerkannte Züchterin weißer Skudden aus Weseram, eine Aufweichung der Zuchtziele. „Das wird zu mehrfarbigen Tieren  führen und stellt langjährige konsequente Selektion infrage.“ Hans-Jörg Rösler hielt dagegen, dass sich die Situation für die Rasse keineswegs verschlechtere, sondern sich die genetische Vielfalt noch erhöhe. „Es muss nur eine ordentliche Dokumentation abgesichert werden.“ Für Unverständnis sorgte, dass der im VDL-Rasseausschuss diskutierte Entwurf trotz Gegenstimmen, darunter eine vom Vertreter aus Sachsen, letztendlich angenommen wurde. Auch Brandenburg hatte dafür votiert. 

 

Nach kontroverser Diskussion und Abstimmung auf der Mitgliederversammlung wurde  dann das neue Zuchtprogramm auch für die Skudde angenommen, doch mit der Maßgabe, im Vorstand wie im Zuchtausschuss noch einmal darüber zu beraten. Die Zustimmung ist Voraussetzung dafür, dass die vom Aussterben bedrohte Skudde weiterhin gefördert wird. 

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