Satttelschwein: Züchtertreffen

26.05.2017

© HSZV

Die Braunsberger Höfe waren Gastgeber des Züchtertreffens. Für Aufmerksamkeit sorgte die Sattelschweinsau Pauline.

Es ist robust, kann ganzjährig im Freiland gehalten werden und hat dank seines intramuskulären Fetts ein besonders schmackhaftes Fleisch: das Deutsche Sattelschwein. Leider ist die einst stark verbreitete Rasse mittlerweile vom Aussterben bedroht, weil sie langsamer wächst. Doch sorgt eine ganze Reihe von Züchtern insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dafür, dass die alte Haustierrasse erhalten bleibt. Zu diesen engagierten Betrieben gehören die Braunsberger Höfe in der Ruppiner Schweiz.


Der zwischen Neuruppin und Rheinsberg wirtschaftende Betrieb war Gastgeber des jüngsten Züchtertreffens, zu dem der Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost e. V. alljährlich einlädt. Geschäftsführerin Renate Schuster  konnte dazu rund 40 Teilnehmer  aus mehreren Bundesländern begrüßen. Dr. Monique Haegele von den Braunsberger Höfen stellte das Konzept des Familienbetriebs vor. Es zielt nicht nur auf die Haltung weiterer vom Aussterben bedrohter Rassen wie des Coburger Fuchsschafes. Zum historischen Vierseitenhof gehören außerdem Ponys, Federvieh, mehrere Ferienwohnungen und ein Hofladen, in dem hochwertige Fleischprodukte verkauft werden. Nach Angaben des Betriebes kommen möglichst regionale Futtermittel ohne Zusatzstoffe und Antibiotika oder Hormone zum Einsatz.  Die guten Muttereigenschaften des Sattelschweins und die natürliche Haltung im Freiland sorgen für ein ordentliches Wachstum der Ferkel. Der Nachwuchs wird bei Eignung in der Zucht eingesetzt. Monique Haegele: „Die anderen Sattelschweinläufer ziehen wir auf unserem Hof groß und lassen die Tiere im Alter von acht bis zwölf Monaten schlachten sowie verarbeiten.“


Im Anschluss berichteten mehrere Züchter, wie sich bei ihnen die Sattelschweinzucht entwickelt hat und wie die Vermarktung erfolgt. Von den im Verband organisierten Betrieben wirtschaften 16 ökologisch und 35 konventionell. Es dominiert die Stallhaltung mit Auslauf, 12,5 % der Betriebe bevorzugen die Freilandhaltung. Rund drei Viertel der Betriebe betreiben Reinzucht, die Vermarktung erfolgt zu 41 % über Hofläden, Gaststätten oder Lieferservices, es überwiegt die Vermarktung für den Eigenbedarf. „Die Erhaltungszucht bedarf aber dringend eines Absatzmarktes und einer intensiven Betreuung“, betonte Dr. Ingrid Wicke, Fachberaterin beim Hybridschweinezuchtverband. Dieser bietet die Führung eines Sauenplaners für jeden Mitgliedsbetrieb an, sorgt für Herdbuchführung und Zuchtwertschätzung. Als unerlässlich bezeichnetes die Fachberaterin, dass die Züchter bei der Datenerfassung für die Herdbuchführung mithelfen. „Unbedingt zeitnah sind die Abgänge von Zuchttieren mit genauer Angabe von Datum und Ursache zu melden. Dies gilt ebenso für Zuchttierverkäufe und Wurfmeldungen.“


In der weiteren Arbeit gelte es den Schwerpunkt der Zucht auf  rassetypische Eigenschaften wie Mütterlichkeit, Robustheit und Fruchtbarkeit zu legen. Zugleich  komme es darauf an, Inzucht zu vermeiden und die Fleischqualität zu erhalten. Nicht zuletzt seien Spezialprodukte und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit gefragt, so  Dr. Wicke. „Es gilt, eine alte Rasse zu erhalten, die von Züchtern und Verbrauchern gleichermaßen begehrt wird.“


Die Veranstaltung gab Empfehlungen zur Sauenfütterung. Dr. Thomas Paulke vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung stellte Ergebnisse der Sattelschweine in der Prüfstation Ruhlsdorf vor, Claudia Dohlsdorf berichtete über ein Projekt zur Optimierung der ökologischen Schweine-/Sauenhaltung im Land.   Es setzt auf Innovationen im Bereich der Haltung und Fütterung.


Die Braunsberger Höfe gehören übrigens zu den Ausstellern der diesjährigen BraLa. Im Zelt des Hybridschweinezuchtverbandes am Großen Ring werden zwei Sattelschweinjungsauen des Betriebes zu sehen sein.

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