Regional ist erste Wahl

27.09.2016

Apfel © Sabine Rübensaat

Wie jedes Jahr begeht der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e. V. wieder in einem Mitgliedsbetrieb den offiziellen Start in die Kernobstsaison. Diesmal luden Verbandspräsident Klaus Henschel, Geschäftsführer Andreas Jende und Thomas Bröcker, Apfelproduzent und Fachvorsitzender Obstbau im Verband Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde zu diesem Ereignis auf den Obsthof von Henri Meier nach Klein Gaglow.


Mit dem letzten Saisonstart des Verbands in diesem Jahr verbinden die Gärtner den Aufruf, auch bei Äpfel und Birnen regional zu kaufen. „Unsere Gartenbauer verfügen über ein großartiges Know-how und mit Blick auf die Metropole Berlin über sehr gute Vermarktungschancen“, so Agrarstaatssekretärin Schilde. Damit Berliner und Brandenburger noch öfter auf heimische Gartenbauprodukte  zurückgreifen können, wird das Agrarministerium eine Gartenbaukonzeption erarbeiten, die dazu beitragen soll, diesen landwirtschaftlichen Produktionszweig zu stärken.


Neben der Förderung von Investitionen und Vermarktung unterstützt das Land mit der dieses Jahr neu angebotenen Innovationspartnerschaften (EIP) gerade auch Anträge aus dem Gartenbau: Bewilligt ist bereits das Projekt „Verbesserung der Wassernutzungseffizienz im Obstbau durch ein internetgestütztes Informations- und Beratungssystem“.


Der Apfel ist auf 809 ha im Land Brandenburg die dominierende Obstart und bestimmt somit wesentlich das Ergebnis der Gesamtobsternte. Schwerpunktanbaugebiete sind die Landkreise Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder). Die Wertschöpfung aus gartenbaulicher Tätigkeit wird mit mehr als 230 Mio. € angegeben.

 

Gartenbaubetriebe sichern mit mehr als elf Prozent der Beschäftigten in der Primärproduktion sowie den vor- und nachgelagerten Bereichen Arbeit und Einkommen im ländlichen Raum.


In diesem Jahr ist nach Schätzung des Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums eine Apfelerntemenge von 25 000 t (2015: 22 064 t) zu erwarten. Weiterhin gehen erste vorläufige Prognosen von einem Apfelertrag von 309 dt/ha aus. Damit wird eine sehr gute Ernte erwartet, jedoch kein Rekordertrag wie 2013 mit  318,3 dt/ha. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland wurde 2014 mit 9 kg Äpfeln ermittelt.


Der Obsthof Meier aus Klein Gaglow steht für die Nachwendegeschichte vieler Brandenburger Gartenbaubetriebe. 1990 gegründet von Jörg Meier, hat hier inzwischen die nächste Generation die Geschäftsführung übernommen. 2010 übergab Jörg Meier den Obsthof an seinen Sohn Henri. Der Familienbetrieb, der seine Produkte zu 90 % direkt ab Hof umsetzt,  beschäftigt im Gartenbau zwei feste Mitarbeiter und 16 Saisonarbeitskräfte. Im Markt sind sieben Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb wirtschaftet auf 23 ha. Spargel wird auf 14 ha angebaut, Äpfel auf 5,5 ha, Birnen auf einem halben Hektar. In seinen Obstanlagen bietet Meier eine beachtliche Sortenvielfalt: Bei Äpfeln sind Elstar, Boskoop, Gala, Jonagored, Golden Delicious, Topaz, Breaburn, Rubinette, Fuji im Angebot, bei Birnen Konferenz, Clapps Liebling, Williams Christ.


Bezogen auf seine Kulturen, rechnet der Betrieb in diesem Jahr mit einer Ernte von 180 t bei Äpfeln und 10 t bei Birnen. Im Betrieb wird nach den Umweltstandards der Integrierten kontrollierten Produktion (IP)  gewirtschaftet. Seit diesem Jahr sind die Klein Gaglower zudem QS-zertifiziert. n

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