Rapsernte 2016

05.08.2016

© Sabine Rübensaat

Deutlich höhere Erträge im Raps wurden erzielt, als noch neonikotinoide Beizen zur Schädlingsbekämpfung zulässig waren.

Brandenburgs Rapsbauern müssen sich in diesem Jahr mit einer enttäuschenden Ernte bescheiden: Im Vergleich zum Vorjahr werden sie trotz vergrößerter Anbauflächen rund 100 000 Tonnen weniger ernten und bei aktuellen Preisen somit einen Einnahmeverlust von rund 33 Millionen Euro einfahren. Durchschnittlich werden die Landwirte eine Tonne Raps weniger pro Hektar ernten als noch im Jahr davor.


Die Ursachen für den Ertragsrückgang sind vielfältig. Zum einen hat der Frost im Winter den Pflanzen dermaßen zugesetzt, dass viele nicht überlebt haben. Aber vor allem sind die Bestände durch Schadbefall mit Rapserdfloh und Kohlfliege stark geschädigt. Außerdem haben sich lange Trockenperioden im Frühjahr ertragsmindernd ausgewirkt. So bleibt die diesjährige Rapsernte deutlich hinter den Erwartungen zurück: Im Vergleich zum Vorjahr wird ein Minus von 25 % erwartet. Aus Brandenburg werden insgesamt wohl nur 350 000 Tonnen kommen und dies, obwohl die Anbauflächen im vergangenen Jahr um 3 000 auf rund 133 000 Hektar ausgedehnt wurden. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren, als neonikotinoide Beizen noch zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden durften, ernteten Brandenburgs Bauern auf einer kleineren Fläche mehr als
500 000 Tonnen Raps. Liegt der Flächenertrag in diesem Sommer nur bei etwa 27 Dezitonnen je Hektar, erntete man 2014 noch rund 38 Dezitonnen je Hektar.


Durch das Fehlen der neonikotinoiden Beizen steht derzeit keine effektive Methode zur Bekämpfung der Schädlinge zur Verfügung. Zu befürchten ist deshalb, dass sich das Problem in den folgenden Jahren weiter verstärken wird. In Anbetracht dieser Lage regt der Landesbauernverband Brandenburg an, über eine Neubewertung des Einsatzes der fraglichen Mittel nachzudenken.

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