Quellmoorgebiet Fergitz wird renaturiert

24.02.2014

© Sabine Rübensaat

Naturschutz: Feuchtgebiet Moor – Wildgänse über einer Sumpflandschaft

Potsdam/Fergitz. Mit Fördermitteln der Europäischen Union hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg im Landkreis Uckermark ein Projekt gestartet: Nahe Fergitz wird auf rund 100 Hektar ein bedeutendes Quellmoorvorkommen renaturiert. Nach dem Baustart Mitte Dezember wurden nun die ersten Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Projekts fertiggestellt.

Laut Umweltministerium ist das Projektgebiet ein „echtes Landschaftsjuwel“. Neben Sumpf-Engelwurz gibt es hier auch ein großes Vorkommen der Trollblume. Beide Arten sind hierzulande vom Aussterben bedroht. Zudem wird eine nahe gelegene Binnensalzstelle als geobotanische Besonderheit im Brandenburger Binnenland mit einer Vielzahl seltener und schützenswerter Pflanzenarten ebenfalls von den Maßnahmen der Naturschutzstiftung profitieren.

Das Quellmoorgebiet Fergitz westlich des Oberuckersees ist in seinem Wasserhaushalt gestört, weil ein dichtes Netz von Gräben das Moor nachhaltig entwässert. Dies hat einen zu großen Abstand des Grundwassers von der Erdoberfläche zur Folge, sodass der Torfkörper immer stärker abgebaut und zerstört wird. Auf mehr als 300 Metern Länge wurden deshalb nun die ersten Gräben verschlossen. Hierfür konnten durch Abtorfungen vor Ort rund 1 500 Kubikmeter Material gewonnen werden. Flachabtorfungen und Grabenverschlüsse sind zwei typische Maßnahmen, die kombiniert werden, um die fortschreitende Entwässerung des Moorkörpers zu unterbinden und diesen einmaligen Lebensraum zu erhalten. Im Hauptgraben soll zudem ein Staubauwerk errichtet werden. Mehrere kleine Staue werden in den östlich gelegenen Entwässerungsgräben zum Oberuckersee hin noch folgen, ebenso eine Heckenpflanzung. Auch nach Abschluss der Naturschutzmaßnahme wird nahezu die gesamte Fläche durch Mahd oder Beweidung landwirtschaftlich nutzbar sein. Die Projektkosten von rund 200 000 Euro finanziert die EU aus der Richtlinie „Integrierte Ländliche Entwicklung“.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr