Plakataktion "Wir machen Tierwohl"

26.11.2015

Plakataktion © KBV

An verschiedenen Standorten wurden die Plakate angebracht. Zugleich gaben Landwirte wie hier in Finsterwalde Auskunft, wie das Tierwohl in der Praxis gesichert wird.

Seit vielen Jahrhunderten wird die Versorgung der Menschheit mit Milch, Fleisch, Eiern und weiteren Produkten durch eine regional angepasste Tierhaltung gesichert. „So müssen und werden die Haltungsbedingungen so gestaltet, dass sie dem Wohl der Tiere dienen. Denn nur Tiere, denen es gut geht, können auch gute Leistungen erbringen.“ Das sagte LBV-Präsident Udo Folgart zum Start einer landesweiten Plakataktion der Brandenburger Bauern Ende vergangener Woche.


Die Tierhalter in Brandenburg bekennen sich zum Tierwohl und zeigen, dass sie gute und verantwortungsvolle Landwirte sind. Dies wird mit dem Start der Plakat­aktion verdeutlicht. Landwirte mehrerer Kreisverbände brachten an verschiedenen Orten in Bürger- und Stadtnähe ihre großen Plakate an. Sie wollen damit auch an die Bevölkerung appellieren, sich bei den Praktikern zu informieren. Die Tierhalter haben es satt, pauschal verunglimpft zu werden, wie es immer wieder und wieder in den Aussagen des Volksbegehrens passiert. Sie haben es satt, dass über sie statt mit ihnen geredet wird.


Dieser Ansicht sind auch Detlef Wacker und Jens Schmücker. Die beiden Landwirte aus dem ­Havelland beteiligten sich an der Plakat­aktion des Kreisbauernverbandes Havelland entlang der viel befahrenen Bundesstraße 5.

 

Aktion in Selbelang. Mit dabei waren Antje Schulze sowie Detlef Wacker, Johannes Funke und Jens Schmücker (v. l.).

 

 

 

 

 

 

 

Wacker machte dabei deutlich, dass sein Betrieb, die Märkische Hof Selbelang GbR, großen Wert auf eine gläserne Produktion legt. „Wer sich davon überzeugen möchte, wie wir unsere Tiere halten, kann das nach vorheriger ­Anmeldung gern tun.“ Der Betrieb, der rund 1 000 Hektar bewirtschaftet, versorgt seine Rinder fast ausschließlich mit hofeigenem Futter, die Milchkühe sind halbtags auf der Weide. „Wir wissen, was es heißt, sorgsam mit den Tieren umzugehen. Das müssen uns andere nicht erklären.“


Für Jens Schmücker ist es bedauerlich, dass die Gesellschaft den Bezug zur Nahrungsmittelproduktion verloren hat und negative Schlagzeilen über Massentierhaltung leider große Wirkung entfalten. „Es sind Zerrbilder entstanden, die mühsam wieder gerade gerückt werden müssen.“ Schmücker bewirtschaftet zusammen mit seinem Bruder  rund 450 Hektar im Westhavelland, wo viele Flächen unter Naturschutz stehen und die Produktion an strikte Auflagen gebunden ist.


Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist Brandenburg ein vieharmes Land, betonte Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland.  „Vor allem beim Fleisch gibt es große Defizite hinsichtlich des  Eigenversorgungsgrades.“  


Die Brandenburger Landwirte erfüllen laut Landesbauernverband sehr hohe Tierwohlstandards, wie auch durch amtliche Kontrollen, Tierärzte sowie nicht zuletzt durch den kritischen Blick der Öffentlichkeit belegt wird. „Ignoriert werden in der öffentlichen Diskussion leider zahlreiche Studien. Diese belegen, dass Tierwohl keine Frage der Bestandsgröße ist, sondern vor allem vom Management abhängig ist. Eine nachhaltige Landwirtschaft muss ökonomisch sinnvoll und sozial verantwortlich sein. Um diese erfüllen zu können, sind auch Investitionen in moderne Ställe unerlässlich“, so LBV-Präsident Udo Folgart.

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