Pacht: Schluss mit der Preistreiberei!

08.09.2014

© Sabine Rübensaat

Bauernverband fordert: „Schluss mit der Wildwestmanier der Privatisierung“

Inmitten einer intensiven gesellschaftlichen Diskussion um zukunftsfähige Strukturen in der Landwirtschaft und um den besonderen Wert ortsansässiger Landwirte zeigen die Pachtausschreibungen der BVVG deren Auffassung von verantwortlicher Landwirtschaftspolitik.

Während der Durchschnitt der landwirtschaftlichen Pachten in Brandenburg noch
im letzten Agrarbericht mit 173 €/ha auf den besten Böden angegeben ist, sieht die BVVG den Moment des erneuten großen Kassierens gekommen. So wurden beispielsweise in einer Ausschreibung bei Rhinow für 24,5 ha Ackerland mind. 11 035 €/a Pacht verlangt. Das sind 450 €/ha jährlich auf nicht mal mittelmäßigem Ackerland! Zur Rechtfertigung beruft sich die BVVG auf ihre eigenen Ausschreibungsergebnisse.

Wie man brisanterweise den im Internet veröffentlichten Ergebnissen entnehmen kann, liegen diese Ergebnisse aber gar nicht in oben genannter Höhe, sondern deutlich darunter. Die BVVG schafft somit zusätzlich die Voraussetzungen dafür, dass ortsansässige Landwirte oder Junglandwirte diese Flächen nicht mehr bewirtschaften können. Besonders verwerflich ist, dass diese Ausschreibung vorgeblich an besonders unterstützungswürdige Betriebe, wie Gartenbaubetriebe, Ökolandwirte, Junglandwirte – die den Mut haben, einen Betrieb zu begründen – gerichtet ist. Was sollen dann erst durchschnittliche Betriebe zahlen?

Die „Prügel“ auf die BVVG trifft jedoch nur den Sack, nicht den Esel. Die BVVG ist eine Gesellschaft der Bundesrepublik, die Bundespolitik gibt die Vorgaben der Privatisierung. Während das Bundeslandwirtschaftsministerium umfangreiche Konsultationen mit gesellschaftlichen Gruppen zur Sicherung einer gesunden Agrarstruktur veranstaltet, schafft die Bundespolitik finanzpolitische Tatsachen, nach denen nur noch kapitalstarke Investoren den Boden bezahlen können. Regiert nur das Geld die Welt?

Der Landesbauernverband fordert deshalb: Schluss mit der Wildwestmanier der Privatisierung! Schluss mit der Zweizungensprache. Schluss mit der Ausschreibung von bewirtschafteten Flächen! Wir fordern eine Politik, die den Boden nicht als Mittel der Bundeshaushaltssanierung ansieht, sondern erkennt, dass der Boden in die Hände ortsverbundener, nachhaltig wirtschaftender Betriebe gehört.

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