Nitratrichtlinie

10.07.2018

© Christina Gloger

Da sich das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Verletzung der ­Nitratrichtlinie durch Deutschland auf die Vorschriften der alten Düngeverordnung von 2014 ­bezieht, sorgen sich die Bran­denburger Bauern nicht. Bisher haben die Landwirte die bereits restriktiven Regelungen des ­Düngerechts verantwortungsvoll umgesetzt, obwohl Brandenburg mit 0,4 Großvieheinheiten je Hekt­ar über eine der geringsten ­Viehdichten in Deutschland verfügt.


Daher können die anfallende Gülle und der Mist keine Ursache möglicher Nitratbelastungen sein. Außerdem werden in Brandenburg über elf Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet, was zu ­einer weitergehenden Wasserschonung beiträgt. Auch die deutlichen Verschärfungen des Düngerechts vor einem Jahr mit der neuen Düngeverordnung werden von den Bauern konsequent beachtet.


„Alle Beteiligten sollten jetzt wieder Ruhe in die Diskussion einkehren lassen. Das Grundwasser hat ein langes Gedächtnis und nach erst einem Jahr neuer Regelungen kann niemand eine seriöse Aussage dazu treffen, ob zusätzlich weitere Beschränkungen notwendig sind. In jedem Fall sind mit der neuen Düngeverordnung alle Forderungen der EU-Kommission für eine wasserschonende Düngepraxis um­gesetzt worden“, erklärt LBV-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Scherfke. Dass die Brandenburger Bauern bereits zuvor verantwortungsbewusst gewirtschaftet haben, zeigt sich auch daran, dass lediglich elf Grundwassermessstellen im Land erhöhte Ni­tratwerte aufweisen.


Um herauszufinden, woher diese Nitratbelastungen tatsächlich stammen, hat das Brandenburger Umweltministerium ein umfangreiches Forschungsprojekt initiiert, das vom Landesbauernverband ausdrücklich begrüßt wird. Darüber hinaus legen alle Landwirte in den Untersuchungsgebieten bereitwillig ihre Düngepraxis der letzten Jahre offen, um aktiv die Ursachenforschung zu unterstützen. „Nicht über die Land­wirtschaft reden, sondern gemeinsam mit den Bauern vor Ort mögliche Probleme identifizieren und Lösungen erarbeiten, das ist der richtige Weg, den die Landesregierung hier geht“, so LBV-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Scherfke.


Unterstützung gibt es auch von den Brandenburger Wasser­versorgern. Sie betonen die verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Acker- und Grünland­flächen im Land. Demnach bestehen auch keine Probleme mit nitratbelastetem Grundwasser, das für die Trinkwassergewinnung verwendet wird. Eine kostenintensive Aufbereitung, die ­eine Verteuerung zur Folge hätte, ist deshalb nicht erforderlich.

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