Mindererlöse in Millionenhöhe

30.08.2017

© Wolfgang Herklotz

Kleines Bild links oben: Thomas Goebel, Jörg Vogelsänger und Henrik Wendorff (v. l.) auf dem Erntefeld.

Noch stehen rund 15 % der Kulturen auf Brandenburgs Feldern. Doch schon jetzt steht fest, dass die diesjährige Ernte eine enttäuschende sein wird, und das zum dritten Mal in Folge. „Vor allem beim Getreide liegen wir zum Teil deutlich unter dem langjährigen Ertragsdurchschnitt“, so LBV-Präsident  Henrik Wendorff. Den bisherigen Schätzungen zufolge ist im Schnitt mit einem Ertrag von 53 dt/ha beim Getreide und 26,5 dt/ha beim Raps zu rechnen. In Summe dürften 240 000 t Getreide und 21 000 t Raps gegenüber dem Vorjahr fehlen, was einer Erlösdifferenz von 45 Mio. € entspricht.

 

 „Dieses Jahr war kein gutes für Brandenburgs Landwirte“, kommentiert auch Agrarminister Jörg Vogelsänger mit knappen Worten. „In einigen Landkreisen sind die Verluste so erheblich, dass wir uns entschlossen haben, die Rahmenrichtlinie des Bundes für Hilfen nach extremen Wetterereignissen in Kraft zu setzen.“ Betroffene Agrarunternehmen können einen teilweisen Schadensausgleich beantragen, wenn die Verluste mindestens 30 % gegenüber dem durchschnittlichen wirtschaftlichen Ertrag  der letzten drei Jahre  betragen. In den Landkreisen erfolgt derzeit die Erfassung der aktuellen Schäden.

 

Gemeinsam mit Wendorff und Vogelsänger gab auch der Vorsitzende des Bauernverbandes Südbrandenburg, Thomas Goebel, am 23. August in Vetschau eine vorläufige Einschätzung der Ernte 2017 ab. Diese wurde maßgeblich von den extremen Niederschlägen ab Ende Juni bestimmt und noch dazu von einer paradoxen Situation wie lange nicht geprägt.  Während hauptsächlich der Süden durch ausbleibende Frühjahrsniederschläge äußerst geringe Erträge zu verzeichnen hatte, erwartete der Norden hingegen recht gute Ergebnisse. Doch dann konnten die Ackerkulturen von den überfluteten, durchnässten Feldern nicht geborgen werden. „Die Situation auf unseren leichten Böden im Süden ist nicht weniger dramatisch, wenn auch sehr differenziert“, betonte Goebel, zugleich Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH. Danach hatte die große Trockenheit in den Monaten Mai und Juni  zu erheblichen Schäden im Getreide und im Raps geführt, während die starken Niederschläge dann für die Ertragsbildung zu spät kamen. Beim Raps konnten beispielsweise die Göritzer Landwirte nur noch die Hälfte der  üblichen Menge bergen, und auch bei den Eiweißpflanzen, insbesondere den Erbsen, mussten sie erhebliche Verluste hinnehmen. „Die Ernte selbst hat mächtig an unseren Nerven gezerrt, weil sie aufgrund der Witterung immer wieder unterbrochen werden musste. Die niedrigen Erträge bescheren uns nun zum dritten Mal kräftige Einbußen und bringen viele Betriebe in eine äußerst bedrohliche Situation.“

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