Landesschau der Fleischrinder

22.04.2016

© Uwe Seibt

Züchter Gerd Zielke wird auf der nächsten BraLa mit jeweils zwei Bullen, Kälbern und Färsen vertreten sein.

Mit Spannung blickt Gerd Zielke von der Delta GmbH in Passow der nächsten BraLa entgegen. Diese findet vom 5. bis 8. Mai in Paaren im Glien statt. Dazu hat der Fleischrindzüchter allen Grund. Im Vorjahr gewann er mit seinen Tieren gleich mehrere Championate bei der Landestierschau. „Die BraLa ist für mich ein Wettbewerb, bei dem man sich mit anderen Anbietern misst. Wer hat das attraktivste Rind?“, erklärt Zielke. Dabei nimmt die Präsen­tation der Firma eine ebenso wichtige Rolle ein wie der „Smalltalk“, der kurze Austausch  mit den Züchtern, so Zielke, der seit 1994 an der BraLa teilnimmt. Nicht nur um die Darstellung der eigenen Firma geht es ihm bei der BraLa. Er möchte helfen, seinen Landkreis bekannter zu machen. Seine „Uckermärker“ helfen ihm dabei. Eine Rinderrasse, die nach der gleichnamigen Landschaft benannt wurde. 1992 erhielt sie die Rasseanerkennung. 1972 war sie erstmals in der DDR gezüchtet worden. Es gab damals einen hohen Bedarf an Fleisch. Für Gerd Zielke sind die Uckermärker zu einem DDR-Exportschlager geworden. Sie gelten als unkomplizierte Weiderinder mit einem ruhigen Temperament. „In Passow haben wir den größten Bestand an Uckermärkern in Brandenburg und erhalten immer die höchste Gesundheitsstufe wegen der Regionalität“, berichtet Zielke stolz, der seit dem Jahr 2000 Zuchtleiter in Passow ist.

 

Tiere sehr zutraulich


4 000 Uckermärker gibt es insgesamt in Deutschland. Aufgrund der guten Eigenschaften der Rasse ist sie sehr beliebt in Deutschland. Zielkes Ziel ist es, die Rasse bundesweit zu verbreiten. Momentan sind Brandenburg und Mecklenburg die Hauptzuchtgebiete. Manche Gäste, die ihn auf der BraLa besuchen, interessieren allerdings ganz andere Themen. Eine der häufigsten Frage, die ihm die Besucher stellen, lautet „Was haben Sie den Tieren gegeben, dass sie so ruhig sind?“. Gerd Zielke beantwortet diese Frage dann immer mit etwas Unverständnis: „Wir geben den Tieren nichts. Es ist eben eine Charaktereigenschaft dieser Rasse, die sehr zutraulich ist“.


Manchmal passieren auf so einer Landwirtschaftsmesse Dinge, die Zielke auch zum Schmunzeln bringen. „Da kam einmal ein kleiner Junge auf die cremefarbenen Bullen zugelaufen und rief: „Oma, sieh mal was das für ein großes Schaf ist!“. Zwar beobachtet Zielke dieses Verwechslungsphänomen von Rind und Schaf eher bei den Großstädtern. Doch er ist allgemein erstaunt, wie wenig die Leute über Landwirtschaft wissen. Diese Meinung teilt Peter Schollbach, der seit dem Jahr 2000 das Gut Kemmen in Calau nach ökologischen Richtlinien betreibt. Oft hört er die Frage:  „Warum machen Sie sich die Arbeit? Das gibt es doch alles im Supermarkt?“ Was an der falschen Vermittlung in Deutschland liegt, erklärt Schollbach, der bei der Mutterkuhhaltung auf die Uckermärker-Herdbuchzucht setzt. „Durch die artgerechte Haltung und Fütterung entwickeln die Tiere ein Fleisch höchster Qualität mit einem ganz besonderen Geschmack“, versichert Schollbach, der bereits seit 1983 in Calau tätig ist. Er war damals mit 27 Jahren einer der jüngsten Direktoren in einem Volkseigenen Gut. Mittlerweile ist der Betrieb wiederholt bei den Leistungsschauen für sein züchterisches Engagement bei den Uckermärker Fleischrindern ausgezeichnet worden. Auf die Frage, ob er sich bei der bevorstehenden Landestierschau Fleischrinder bei der BraLa Hoffnung auf einen Preis macht, sagt er lachend: „Alle wollen hier gewinnen.“

 

 

Die Landesschau der Fleisch­rinder 2016 findet bei der BraLa am Freitag, 6. Mai, ab 11.30 Uhr statt. Folgende Kategorien werden, laut RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH, für den Wettbewerb ausgeschrieben: Jungrinder, tragende Färsen, Kühe in Bullenmütterqualität mit und ohne Kalb, Bullen, gekört (Jungbullen können auch vor Ort gekört werden).

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