KULAP für Schafhalter

21.11.2014

© Sabine Rübensaat

Auf Grünland gibt es nun das Förderprogramm 810 „Extensive Grünlandbewirtschaftung“.

Auf Grünland gibt es nun das Förderprogramm 810 "Extensive Grünlandbewirtschaftung". Dieses kann nur noch für einzelne Schläge beantragt werden, eine gesamtbetriebliche Extensivierung wird nicht mehr angeboten. Innerhalb des Programmes 810 gibt es eine Grundförderung für den Verzicht auf mineralische N-Düngung (FP 811), 140 €/ha. Zusätzlich kann dazu noch das Programm "Verzicht auf jegliche Düngung" (811a), plus 50 €/ha, oder "Ausschließliche Beweidung mit Schafen und/oder Ziegen" (FP 811b), plus 80 €/ha, oder "Verzicht auf jegliche Düngung und ausschließliche Beweidung mit Schafen und/oder Ziegen" (FP 811c), plus 85 €/ha, beantragt werden. Auf bestimmten Moorflächen kann nur das FP 811a "Verzicht auf jegliche Düngung" beantragt werden.

Im Rahmen des Programmes "Extensive Grünlandbewirtschaftung" gibt es weiterhin Programme zur zeitlichen Nutzungseinschränkung. Hier gibt es die erste Grundförderung durch Unterlassung jeglicher Nutzung (auch keine Pflegemaßnahmen) im Zeitraum vom 1. April bis 15. Juni (FP 812a), 114 €/ha. Diese Grundförderung kann um 50 € aufgestockt werden, wenn man den Zeitraum bis zum 1. Juli verlängert (FP 812b). Verlängert man bis 15. Juli, gibt es noch mal 6 € (FP 812c) obendrauf.

 

Kombination möglich

Neu ist das Zeitfenster der Nutzung vor dem 15. Juni und nach dem 31. August, FP 812d stellt mit 115 € eine eigene Grundförderung dar. Die Grünlandprogramme können auch untereinander kombiniert werden. So kann das FP 811c "Verzicht auf jegliche Düngung und ausschließliche Beweidung mit Schafen und/oder Ziegen" mit dem Programm 812d "Nutzung vor dem 15. Juni und nach dem 31. August" kombiniert werden, wofür 240 € gezahlt werden. Auskunft über Kombinationsmöglichkeiten und Vergütungen gibt der Anhang der Richtlinie bzw. das Landwirtschaftsamt.

Welches Programm im Grünland nun auf welcher Fläche beantragt werden kann, ist das eigentliche Novum dieser Richtlinie. Die Förderung ist daran gebunden, dass die Fläche sich in der entsprechenden Förderkulisse befindet. Die Förderkulissen wurden nach naturschutzfachlichen Aspekten (wie Vorkommen von Wiesenbrütern) sowie aus Sicht des Erosions- und Gewässerschutzes (wie Gewässerränder) gebildet. Die beantragten Flächen sind von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) zu bestätigen.

Ebenfalls mit Kulissen hinterlegt ist das einzige Förderprogramm auf Ackerland, FP 840 "Nutzung oder Umwandlung von Acker in Grünland". Verpflichtet man sich im FP 841a, für fünf Jahre auf seinen Acker Gräser zu etablieren und auf lockernde oder wendende Bodenbearbeitung zu verzichten, erhält man 270 €/ha und Jahr. In dieser Zeit ist die Beweidung erlaubt (mindestens hat eine Mahd und Beräumung zu erfolgen), jedoch dürfen keine zusätzlichen Stickstoffdünger eingesetzt werden. Nach Ende des Förderprogramms behält der Schlag den Status Ackerland und kann entsprechend genutzt werden. Befindet man sich in einer Moorkulisse und will dauerhaft in Grünland ­umwandeln, so erhält man im FP 841b 1 300 € jährlich über fünf Jahre dafür.

 

Fördersatz aufgestockt

An keine Förderkulissen gebunden ist das FP 820 "Pflege von Heiden, Trockenrasen und sensiblen Grünlandgebieten". Speziell für die Beweidung von Heiden mit Schafen und/oder Ziegen wurde der Fördersatz auf 294 € aufgestockt (so die Fläche nicht beihilfefähig ist). Sollen Trockenrasen und andere sensible Grünlandflächen mit Schafen gepflegt werden, gibt es 244 €. Voraussetzung sind ein mit der UNB abgestimmter Nutzungsplan sowie ein Vermerk der UNB im Förderantrag. Somit stellt dieses Programm eine Alternative dar, wenn man Grünland außerhalb einer Förderkulisse hat und dieses einen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Hier gilt es, die Untere Naturschutzbehörde vom Pflegebedarf zu überzeugen.

Gestiegen sind auch die Fördersätze für den ökologischen Landbau, FP 880, 210 €/ha Grünland und 209 €/ha Ackerland. Ob eine Umstellung ökonomisch sinnvoll ist, muss gesamtbetrieblich überprüft werden. Hier sollte man nichts überstürzen und ggf. erst zur nächsten Antragsfrist im Herbst 2015 einsteigen.

Bei allen flächengebundenen Maßnahmen des KULAP muss zukünftig beachtet werden, dass der Mindestbesatz des gesamtbetrieblichen Dauergrünlandes nicht unter 0,5 Rauhfutter verzehrenden Großvieheinheiten (RGV, Schweine oder Geflügel werden nicht berücksichtigt) liegt. Unkultivierte Heide soll nicht zum Dauergrünland zählen. Im Anhang der Richtlinie wird der RGV-Schlüssel definiert. Demnach entsprechen alle Schafe oder Ziegen älter als ein Jahr 0,15 RGV. In der Vergangenheit entsprachen ausschließlich Mutterschafe mit Lämmern 0,15 GV, alle anderen Schafe und Ziegen hingegen 0,1 GV.

Norman Utke, Dr. Michael Jurkschat

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