Kritik an Wolfsmanagementplan

04.09.2018

© Sabine Rübensaat

Heftige Kritik am aktuellen Entwurf für einen neuen Wolfsmanagementplan in Brandenburg haben die im „Forum Natur Brandenburg“ organisierten Landnutzerverbände geübt, darunter der Landesbauernverband. Wie bereits in Ausgabe 34 berichtet, bezeichnete das Forum den vom Landwirtschaftsministerium in Potsdam vorgestellten Entwurf als „ziellos, visionslos, kraftlos“ und könne nicht als Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen dienen. Auf Basis des Papiers lasse sich keine realistische „Wolfs- und Weidetierzukunft“ in Brandenburg gestalten. Die Landesregierung solle den Entwurf daher zurücknehmen, erklärten die Verbände und präsentierten einen eigenen Acht-Punkte-Plan für die Ausgestaltung des Wolfsmanagements. 

 

Dieser umfasst unter anderem die Festlegung eines Bestandsziels für den Wolf, wozu im Landwirtschaftsministerium eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden solle. Damit der über das Bestandsziel hinausgehende Zuwachs erlegt werden könne, müsse die Art ins Jagdrecht aufgenommen werden. Außerdem fordern die Verbände, dass für die Nutztierhaltung ein vollständiger Schadensausgleich mit Rechtsanspruch für die durch Wölfe verursachten Schäden festgelegt werde. Ferner müsse die Beweislast umgekehrt werden, sodass zunächst grundsätzlich von einem Wolfsriss ausgegangen werde und die Beweislast bei der Verwaltung liege. Auch Präventionsmaßnahmen von Nutztierhaltern müssten vollständig übernommen werden. Zu den weiteren Forderungen gehört zum Beispiel die Einrichtung einer Clearingstelle auf Ebene des Landwirtschaftsministeriums, die bei Konflikten ein beratendes Votum für die Landesregierung abgeben solle. Diese wird zugleich aufgefordert, einen Fonds aufzulegen, um angewandte Forschung  zur Entwicklung des Wolfsbestandes und des Monitorings zu betreiben. Dazu gehöre, die genetische Untersuchung der Wolfspopula­tion zu intensivieren. 

 

Nicht zuletzt soll die Landesregierung dafür Sorge tragen, dass der zweifelsfrei bestehende „günstige Erhaltungszustand“ für die mittel- und osteuropäische  Wolfspopulation auf der Ebene des Bundes anerkannt wird. Gefordert wird eine Initiative, um den Wolf in den Anhang V der FFH-Richtlinie aufzunehmen.  „Das Land Brandenburg wird sich hier als Vorreiter präsentieren und politisch deutlich machen, welche immensen fachlichen Probleme sich aus dem gegenwärtig rein statischen Naturschutzansatz der FFH-Richtlinie für die Kulturlandschaften ergeben“, heißt es im Acht-Punkte-Plan.

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